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Krebs – harter Panzer und weicher Kern

Lebensheldin e. V.

Kurze Info vorab:

Vor ein paar Monaten haben wir die großartigen Menschen von Lebensheldin e. V. kennengelernt und es hat sich eine tolle Zusammenarbeit ergeben. Wir haben viele Überschneidungen und Gemeinsamkeiten in unseren Vorstellungen und Visionen entdeckt. Darum sind die Lebensheldinnen eine Herzensangelegenheit für uns und wir möchten sie hiermit gerne etwas unterstützen und ihnen eine Plattform bieten.

Lebensheldin ist die erste gemeinnützige Organisation im deutschsprachigen Europa, die für den Neuanfang nach Brustkrebs und den positiven Umgang mit der Erkrankung steht. Der Fokus ist nach vorne gerichtet. Es geht nicht um die Krankheit, sondern um Heilung. Wie das geht, erfährst du in diesem Blogartikel, aber auch in der neuesten Podcast-Folge.

Perfektionismus schützt nicht vor Verletzlichkeit

Ein erstes Vorzeichen bekomme ich in unserem Herbsturlaub an der Nordseeküste. Normalerweise entdecken wir beim Muschelsammeln vereinzelt kleine Krebse. An diesem Tag ist es anders: Am Flutsaum liegen unzählige große Krebse, der ganze Strand ist voll davon. Als ich nach meiner Chemotherapie wieder zur Erholung an diesen Ort zurückkehre, finde ich keinen einzigen Krebs mehr, nur noch eine leere Krebshülle.

Dr. Jeanette Dittmann

Die Perfektionismus-Falle

Mein Name ist Jeanette, ich bin 44 Jahre alt, meine Kinder erst vier und neun. Immer getrieben versuche ich, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Beides will ich besonders gut hinkriegen, ich mache am liebsten alles selbst und gerate deshalb oft in die Falle des Perfektionismus. Im Job bin ich noch nicht da angekommen, wo ich hinwill, und es macht mich unglücklich, dass ich nicht die Wertschätzung bekomme, die ich mir immer ersehnt habe. Mein Mann ist noch getriebener, wir sehen uns oft nur noch zwischen Tür und Angel und haben wenig Zeit füreinander.

Wie entspannend ist da unser Start in die Ferien. Wir sitzen gemütlich im Zug Richtung Norddeutschland, um gemeinsam mit meiner Mutter Weihnachten zu feiern. Aller Vorweihnachtsstress fällt von mir ab und ich genieße die Fahrt, als mich plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Schwermut befällt, die ich nicht greifen kann. Ich fange an zu weinen und kann mich gar nicht mehr beruhigen.

Bei unserer Ankunft ist alles vergessen und ich freue mich auf die Festtage. Als ich am Heiligabend mein neues rotes Weihnachtskleid anziehen will, spüre ich in meiner linken Brust etwas Hartes. Ich habe ein ungutes Gefühl, doch im Trubel der Geschenkeschlacht vergesse ich das erstmal wieder. Später im Bett taste ich nochmals meine Brust ab. Die Verhärtung ist immer noch da.

Sollte mein Weihnachtsgeschenk etwa Brustkrebs sein?

Im Nachhinein sehe ich es als Zeichen des Himmels, dass ich am Heiligabend zwischen Kirche und Bescherung den Knoten entdecke, obwohl ich mich eigentlich nicht abtaste. Direkt nach unserer Rückkehr aus Norddeutschland vereinbare ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Sie bestätigt meinen Tastbefund. Allerdings ist weitere Diagnostik erforderlich, um endgültig Gewissheit zu bekommen. Meine Angst wächst. Aufgrund der Weihnachtsferien scheint es unmöglich, den erforderlichen Mammografie-Termin zu bekommen. Glücklicherweise findet sich doch eine Möglichkeit, 40 Kilometer außerhalb! – ich wäre an dem Tag auch 1000 Kilometer gefahren, um Klarheit zu bekommen.

Eintauchen in Krankheit und Leben

Der Arzt dort ist sehr verhalten, als er das Ergebnis sieht. Er vermutet, dass es bösartig sein wird. Genaueres kann aber nur ein MRT zeigen. Ich habe mich zwischenzeitlich umgehört und mich für die weitere Diagnose für ein Brustzentrum 20 Autostunden entfernt entschieden. Was kommt da auf mich zu? Ich muss einige Tage warten, bis ich endlich im MRT mit Biopsie weitere Gewissheit bekomme. Ein Albtraum, der wahr wird: Brustkrebs!

Der Tumor ist wesentlich größer als ursprünglich vermutet, und ich werde wahrscheinlich meine Brust verlieren. Der Arzt geht zudem davon aus, dass ich eine Chemotherapie machen muss. Ich, Chemotherapie? Wo ich doch ohnehin schon kein tolles Immunsystem habe? Glatze, Übelkeit, keine Lebensqualität! – mit diesen Gedanken muss ich alleine wieder 20 Stunden nach Hause fahren, um meinem Mann, meinen Kindern, meiner Mutter und meinen Freunden von der Diagnose zu erzählen. Während der Fahrt fühle ich mich wie in einem vernebelten Tunnel und habe furchtbare Angst. Als mein Mann mich vom Bahnhof abholt, fallen wir uns weinend in die Arme, doch ich tröste ihn: „Wir schaffen das.“ Mein Mann ist bis heute beeindruckt von meiner Zuversicht. „Der Krebs kann mich mal! Ich will leben!“

Nur wenige Tage später bestätigt das Biopsie-Ergebnis unsere Befürchtungen. Triple negativ. Jetzt ist auch endgültig klar, dass ich eine Chemotherapie machen muss. Die Mediziner machen mir trotz der erschütternden Diagnose Mut: „Das kriegen wir hin. Der Tumor wird schmelzen wie ein Schneeball in der Sonne.“ Sie erklären mir, dass schnell wachsende Tumoren nicht immer negativ sein müssen. Sie sind sehr fragil, anfällig für eine Chemo und! – rechtzeitig erkannt! – heilbar.

Mein Arzt gibt mir von Anfang an die wertvolle Empfehlung, mein Leben dennoch weiterzuleben und der Krankheit maximal eine Stunde am Tag Raum zu geben. In dieser Zeit soll ich ganz bewusst in die Krankheit eintauchen und mich mit ihr auseinandersetzen. Er stellt mir auch die wichtige Frage, ob ich eine Frau kenne, die ebenfalls schon an Brustkrebs erkrankt und einen ähnlichen Weg gegangen ist. Tatsächlich fällt mir jemand ein, und ich kontaktiere sie umgehend. Das ist genau die richtige Entscheidung, denn während der Therapie wird sie zu einer meiner wichtigsten Stützen und zu einer lieben Freundin.

Als ich Freunden und Verwandten von der Diagnose erzähle, bin meist ich es, die die Tröstende ist. Irgendwie baut mich das auf, denn je mehr ich erzähle, desto stärker werde ich, und jedes Mal denke ich: Ich schaffe das. Zum Zeitpunkt der Diagnostik habe ich große Angst, die Unsicherheit und Unwissenheit quälen mich. Doch irgendwann macht die Angst Platz für Wut: Warum muss ich das jetzt alles ertragen? Andere regen sich darüber auf, wenn ihnen der Fingernagel abgebrochen ist. Wieso muss ausgerechnet ich durch diese Leidensphase gehen? Zum Glück habe ich meinen Mann an meiner Seite, der stets Zuversicht ausstrahlt. Er erzählt jedem, wie sehr er mich für meine Stärke bewundert, und macht auch mir damit immer wieder bewusst, dass ich stark bin und es schaffen werde:

Ich werde wieder gesund und alles wird gut!

Gute und böse Fische

Mein Arzt vermittelt mir eine tolle Psycho-Onkologin. Sie gibt mir wertvolle Tipps, vor allem im Umgang mit meinen Kindern. So rät sie meinem Mann und mir eindringlich, offen mit den beiden zu reden und nichts zu beschönigen. Die Offenheit sei erforderlich, damit die Kinder nicht das Vertrauen verlieren. Es würde noch viel mehr Schaden anrichten, ihnen die Wahrheit zu verschweigen, und die Worte Krebs und Tumor sollten auch fallen. Sie versorgt uns mit zahlreichen Broschüren zum Thema Brustkrebs und empfiehlt Bücher mit Geschichten für Kinder zu diesem Thema. Sie rät uns, für das Gespräch mit den Kids viel Zeit einzuplanen. Es solle im Laufe des Tages stattfinden und nicht abends vor dem Zubettgehen, damit die Kinder die Möglichkeit haben, aus dem Gespräch auszubrechen. Wir sollten nichts beschönigen, aber das Thema Tod dürften wir ausklammern.

Ich bin sicher, wieder richtig gesund zu werden, diese Zuversicht will ich ausstrahlen und auch verbreiten. Trotzdem graut mir vor dem Gespräch. An einem Samstag nach dem Frühstück ist es soweit: Wir erzählen den Kindern von meiner Krankheit und der bevorstehenden Chemotherapie. Dabei bedienen wir uns einer Geschichte aus den Büchern, die wir bekommen haben. Dort werden der Krebs und die Chemo mit dem Bild von guten grünen und bösen roten Fischen im Körper beschrieben. Als wir erzählen, dass Mama aufgrund der Medikamente gegen die bösen roten Fische alle Haare verlieren wird, ist es vorbei. Die Kinder fangen an zu weinen. Meine Tochter rennt tränenüberströmt in ihr Zimmer und schließt sich ein. Die Reaktion seiner Schwester lässt auch meinen Vierjährigen erahnen, was all das bedeutet. Nun ist auch er außer sich. Es ist schrecklich und ich hoffe, dass ich so etwas nie wieder machen muss. Wir schaffen es schließlich, den Kindern zu vermitteln, dass Mama zwar Krebs hat, aber nicht daran sterben, sondern wieder gesund wird.

Mein Sohn hat an dem Tag noch ein Hockeyturnier, zu dem wir alle zusammen gehen, nachdem wir uns beruhigt haben. Die Normalität tut uns allen gut. Bis auf die Tatsache, dass mein Kleiner jedem sofort berichtet, dass seine Mama Krebs hat …

Dr. Jeanette Dittmann

Berge statt Meer für den Krebs

Je mehr ich mich mit der Krankheit beschäftige und je mehr positive Erfahrungsberichte ich lese, desto weniger Angst habe ich, zu sterben oder nicht wieder gesund zu werden. Die Chemotherapie war für mich bisher immer das absolute Schreckgespenst. Die Ärzte machen mir aber klar, dass sie ein Mittel ist, das mich wieder gesund machen kann. Auch meine Freundin gibt mir das Mantra an die Hand, dass die Chemo für mich da ist und mir hilft. Ich bin dankbar, dass es diese Medikamente gibt, und gleichzeitig frage ich mich, wie ich die Gifte wieder aus meinem Körper rausbekomme. So sehr ich die Schulmedizin zu schätzen weiß, glaube ich, dass mein Körper viel mehr kann, ich muss nur an ihn glauben und ihn unterstützen, wo ich kann. Deshalb entscheide ich mich, trotz Chemotherapie regelmäßig Sport zu treiben, mich gesund zu ernähren und zu fasten.

Zum Fasten während der Chemotherapie hatte ich mich belesen und für mich mitgenommen, dass Intervallfasten die Heilungserfolge erhöhen und zu einer Verringerung der Nebenwirkungen führen kann. Hierzu gibt es auch schon einige wissenschaftliche Studien. Vereinfacht gesprochen lautet die Theorie, dass die gesunden Körperzellen durch das Fasten in eine Art Winterschlaf fallen und so die Chemomedikamente nicht mehr so aktiv aufnehmen. Unsere Körperzellen sind hierauf genetisch bedingt konditioniert. Die Krebszellen dagegen kenne diese Art Winterschlaf nicht und saugen deshalb ausgehungert die für sie tödlichen Chemomittel umso mehr auf.

Diese Theorie hat mich überzeugt, und der Gedanke hilft mir sehr. Deshalb ziehe ich es durch und faste für jeden Chemozyklus, natürlich in Absprache mit meinem Onkologen. Das Thema Ernährung stresst mich dagegen am Anfang doch sehr. Je mehr ich hierzu lese, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich gar nichts mehr essen kann. Die Angst, etwas Falsches zu mir zu nehmen, ist groß. Auf der anderen Seite geht es mir nach ein paar Tagen mit meinen neuen Essensgewohnheiten schon viel besser und ich finde nach und nach zu einer Ernährungsform, die optimal zu mir passt.

Jeden Tag nehme ich mir Zeit für mich und mache Sport zu einer meiner Routinen. Ich starte morgens mit einer Joggingrunde oder einer Einheit auf meinem Hometrainer, danach mache ich entweder Stretching, Yoga oder eine kleine Meditation. Dies hatte ich mir vorher nicht besonders oft gegönnt. Mit dem Training in meinem Yogastudio höre ich allerdings während der Chemo auf, da ich mich in der Gruppe zu der Zeit nicht mehr so wohl fühle.

Dafür fahren wir jedes Wochenende in die Berge zum Skilaufen. Diese geballte Ladung Sauerstoff und Lebensfreude schenkt mir die Energie, die ich brauche, um die Chemotherapie zu überstehen. Die Berge, die Sonne, das Glitzern des Schnees und die frische Luft geben meinem Körper und meiner Seele unglaublich viel Kraft. Ich fühle mich als Teil der Natur. Das ist einfach pures Leben. Die Skiwochenenden holen uns auch als Familie immer wieder aus dem Elend der Krankheit und dem damit verbundenen Alltag. Es sind meine Highlights, und ich finde heraus, wie heilsam es für mich ist, dass ich mir in der Therapie auch noch andere schöne Erlebnisse schaffe. Ich treffe mich mit Freundinnen, gehe zur Maniküre oder sitze einfach mal ganz entspannt in der Sonne– alles Dinge, für die ich mir früher nie die Zeit genommen habe. Ich glaube, dass solche großen, aber auch die kleinen Auszeiten ganz wesentlich für den Heilungserfolg sind, denn sie lassen mich spüren, dass ich lebe!

Ströme der Heilung

Für mich ist klar, dass ich selbst aktiv zu meiner Heilung beitragen kann. Hinsichtlich der Frage, wie ich das tun kann, hat mir das Buch von Dr. Kelly Turner Neun Wege in ein krebsfreies Leben sehr geholfen und mir zudem viel Zuversicht geschenkt. Dr. Turner hat an Krebs erkrankte Menschen interviewt und begleitet, die aus Sicht der Schulmedizin als unheilbar galten und dennoch heute krebsfrei leben. In ihrer Forschungsarbeit hat sie festgestellt, welchen großen Anteil, neben den Themen Ernährung, Sport und Nahrungsergänzung, die seelische Ebene an der Heilung hat. Zur Aktivierung der eigenen Selbstheilungskräfte ist die Seele so wichtig.

Das gibt mir Anlass, selbst zu hinterfragen, wo mein Leben in eine Schieflage geraten ist und was mir der Krebs sagen will. Meine Freundin ist Reiki-Meisterin und bietet mir ihre Hilfe an, um Antworten zu finden und auf energetischer Ebene mit mir zu arbeiten. Ich bin überzeugt, dass es auf keinen Fall schaden kann, mich auf ihre Begleitung einzulassen.

Die Ärzte sagen mir, dass Brustschmerzen während der Therapie erst einmal keinen Anlass zur Sorge geben müssen, sondern auch ein Zeichen dafür sein können, dass sich der Tumor zurückzieht. Als ich nach jeder Reiki-Behandlung Schmerzen in der linken Brust spüre, nehme ich diese daher mit Freude an. Sie bestärken mich in dem Gefühl, dass die Reiki-Behandlung, die Arbeit mit der universalen Lebensenergie, meine Gesundung fördert und meine körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Und tatsächlich hilft mir die energetische Behandlung, innere Konflikte zu lösen, und ich erkenne, dass die Krankheit mein Weg ist, Heilung zu finden.

Zudem stoße ich auf den ganzheitlichen Ansatz des Neurologischen Integrationssystems (NIS), der eine ergänzende Therapie zur Schulmedizin bietet. Hierbei geht es darum, die Zellen positiv zu aktivieren. Mich beeindruckt sehr, dass sowohl meine Freundin als Reiki-Meisterin als auch der NIS-Arzt unabhängig voneinander die gleiche Ursache für meine Krebserkrankung sehen. Nicht zufällig ist der Tumor linksseitig, über dem Herzen: Ein Trauma aus meiner Kindheit will gesehen und geheilt werden.

Tiefe Transformation

Nach vielen Jahren wage ich es nun, mich mit der seelischen Verletzung, die ich als junges Mädchen erfahren habe, auseinanderzusetzen. Jetzt ist für mich die Zeit gekommen, mein inneres Kind zu heilen und diese Erfahrungen aufzuarbeiten. Dabei hilft mir die Arbeit mit dem Buch Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl. Ich erkenne meine inneren Verletzungen und spüre, dass ich endlich loslassen muss, um mit der Vergangenheit und damit auch mit der Gegenwart Frieden schließen zu können und mich selbst zu heilen.

Ich mache viele geführte Meditationen, die mir helfen, das Erlebte zu verarbeiten und in die Tiefe meines Herzens zu transformieren. Mein Körper gibt mir schließlich zu verstehen, dass ich geheilt bin, deshalb höre ich auf meine Intuition und entscheide in Absprache mit meinen Ärzten, die letzte Chemoeinheit nicht mehr zu machen. Ich spüre eine unglaubliche Ruhe in mir und fühle, dass die Chemo ihre Aufgabe erfüllt hat, ebenso wie ich selbst. Ich bin bereit für einen Neuanfang. Nach vielen Gedanken und langen Gesprächen über mögliche Ursachen von Krebs schlussfolgere ich, dass es sicher nicht nur die eine Ursache gibt, die zum Ausflippen einer Zelle und dann zur Bildung von Krebs führt. Ich denke, es sind in der Regel verschiedene Dinge, deren Zusammenspiel dazu führen kann. Jeder Mensch muss für sich selbst erkennen, ob und wenn ja, an welchen Stellschrauben er drehen kann.

Bis zur letzten Chemo verliere ich durch das Fasten natürlich wahnsinnig viel Gewicht. Jetzt habe ich dafür aber einen Körper, den ich vorher nie hatte, und fühle mich total wohl. Die für die Heilung gewonnenen Erkenntnisse zur Bedeutung von Sport, gesunder Ernährung und Achtsamkeit sind feste Bestandteile meines täglichen Lebens geworden. Ich koche viel mehr frisch und heute überlege ich dreimal, ob ich nicht lieber etwas Gesundes esse, bevor ich in ein Croissant beiße.

Zwar sind meine Leukozytenwerte noch immer im Keller, aber dennoch bin ich fitter als je zuvor. Das zeigen auch meine regelmäßigen medizinischen Check-ups. Durch die Krankheit habe ich erst richtig Vertrauen in meinen Körper gewonnen. Ich danke ihm jeden Tag, weil er so großartige Arbeit geleistet hat.

Dr. Jeanette Dittmann

Abschied vom Krebs

Trotz all dem, was ich durchmachen musste, hadere ich nicht mit meinem Körper und auch nicht mit dem Krebs, sondern ich verabschiede mich ganz freundlich von ihm. Ich habe verstanden, was er mir sagen wollte. Aber jetzt darf er wieder gehen. Im Moment werde ich noch sehr engmaschig kontrolliert. Aber in meinem tiefen Inneren bin ich mir sicher, dass ich wirklich wieder richtig gesund bin und bleibe. Trotzdem kommen ab und zu auch einmal wieder Schreckminuten und Ängste auf, wenn die Narbe wehtut oder ich Berichte von Frauen höre oder lese, bei denen der Krebs zurückgekommen ist.

Nach etwas über einem Jahr habe ich wieder angefangen zu arbeiten und kehre auch sonst wieder zu meinem alten Leben zurück. Aber ich habe neue Angewohnheiten angenommen. Dank Corona habe ich das Homeoffice für mich entdeckt, was mir in meinem noch immer recht bewegten Alltag sehr hilft.

Von meinem Perfektionismus und meinem Hang, mich zu sehr stressen zu lassen, habe ich mich leider nicht ganz lösen können. Aber ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen und Pausen zu machen, ohne mich dafür schlecht zu fühlen. Außerdem haben wir Familienzuwachs bekommen, einen kleinen Mischlingshund. Er ist meine tägliche zusätzliche Frischluft- und Liebesdusche – und schließlich für uns alle ein wunderbarer Seelentröster.

Ich möchte meine Kinder noch mindestens so lange auf ihrem Weg begleiten, bis sie mich nicht mehr brauchen.

Neues Vertrauen in meinen Körper

Auf meinem Heilungsweg hätte ich mir gewünscht, dass die Schulmedizin mir mehr davon mitgegeben hätte, was ich selbst zu meiner Heilung beitragen konnte. Vieles musste ich selbst herausfinden. Dank der Unterstützung durch die begleitenden Maßnahmen konnte ich meinen „Therapieplan ohne größere Komplikationen einhalten, was alles andere als selbstverständlich ist.

Es ist schade, dass solche Informationen nicht in einer Datenbank gesammelt und den Betroffenen zugänglich gemacht werden. Außerdem sollte schon bei der Diagnostik abgefragt werden, ob vielleicht auch seelische Gründe wie Traumata, Schicksalsschläge oder ähnliches vorliegen können. Bestimmt könnte vielen Frauen besser geholfen werden, wenn sie wüssten, wo sie noch hinschauen müssten. Meinen Heilungsweg bin ich mit großer mentaler Stärke in vielen kleinen Schritten gegangen, immer einen Fuß vor den anderen setzend. Mir hat meine positive Zuversicht dabei sehr geholfen, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Mein Bild, wenn ich an den Krebs denke, ist: Ich gehe am Strand spazieren und mein Krebs schwimmt wieder raus ins weite Meer. Wir winken uns aus der Ferne zu und ich sage: „Bleib Du schön da hinten im Meer, ich bleibe hier am sicheren Strand.“ Es war und ist noch nicht meine Zeit, um zu gehen.

Ich liebe das Leben!

Wenn du mehr zu den Lebensheldinnen und dem Verein erfahren möchtest, schau unbedingt auf ihrer Website vorbei. Die inspirierenden Geschichten der Frauen sind auch in einem Buch gesammelt, welches nicht nur Frauen, die von der Krankheit betroffen sind, Mut machen soll.

#highfive

euer RealTalk-Team

In 5 Schritten zur Delegation

Gastbeitrag von Karin Tatzmann

Schon in der Vorwoche haben wir tolle Tipps von Karin erhalten. Da der Beitrag so gut angekommen ist und ihr nach weiteren konkreten Tipps gefragt habt, folgt heute ein zweiter Teil. Nochmals zur Autorin: Karin ist systemischer Coach und Mentaltrainerin. Sie hilft Führungskräften, Mitarbeitern, Teams, Unternehmen individuelle Lösungen und Strategien gemeinsam zu erarbeiten. Sie zeigt Ihnen, wie man neue Denkprozesse trainiert und mit Veränderungen besser umgehen lernt.


Wenn du gerade erst Führungskraft geworden bist, dann ist das Delegieren von Aufgaben noch neu und ungewohnt und gar nicht so einfach. Du überträgst nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung und Kompetenzen. 

Die W-Fragen können dir zu Beginn helfen:

WAS muss gemacht werden und wie soll das Ergebnis ausschauen?

Kommuniziere immer klar was genau zu tun ist. Je genauer du eine Aufgabe definierst und kommunizierst, desto besser wird das Ergebnis sein. Wichtig ist dabei auch, dass der Mitarbeiter das Ziel kennt, das erreicht werden soll. Es ist entscheidend, dass das erwartete Ergebnis vorgegeben wird und weniger der Weg. Der Mitarbeiter erhält so die Möglichkeit, mitzudenken und selbst kreativ zu arbeiten. 

Bei komplexeren Aufgaben ist das Feedback des Mitarbeiters sinnvoll. Lass den Mitarbeiter die Aufgabe mit seinen eigenen Worten wiederholen um zu überprüfen, ob die Botschaft bei ihm richtig angekommen ist. Der Mitarbeiter soll auch wissen, wie weit seine Befugnisse gehen, dh darf er Entscheidungen eigenmächtig treffen? Wer muss über einzelne Schritte informiert werden?

WARUM ist die Aufgabe wichtig?

Wenn du als Führungskraft den Hintergrund der Aufgabe erklärst, fördert dies nicht nur die Motivation des Mitarbeiters, sondern auch die Attraktivität. Der Mitarbeiter weiß dann, wozu der Aufwand betrieben wird und dies wirkt sich wiederum positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter aus. Wenn Mitarbeiter Sinn und Zweck der Aufgabe verstehen, lassen sich oftmals auch Fehler und Rückfragen vermeiden.

WER soll es tun?

Als Führungskraft kennst du die Stärken, Schwächen und Interessen deiner Mitarbeiter. Manchmal hängt die Entscheidung aber davon ab, wie schnell eine Aufgabe erledigt sein soll. Wenn es schnell gehen muss, dann beauftrage erfahrene Mitarbeiter damit. Die haben aber oft schon andere Dinge um die Ohren. Langfristig macht es also auch Sinn, andere Mitarbeiter für bestimmte Aufgaben aufzubauen. Vermutlich wird das anfangs mehr Zeit und Korrekturläufe beanspruchen, bis du das gewünschte Ergebnis erhältst. Auf Dauer lohnt sich der Einsatz aber.

WANN muss es erledigt werden?

Die Angabe eines Zeitpunktes ist zwingend notwendig. Dadurch kann der Mitarbeiter sich seine Zeit besser einteilen. Achte bei Teilaufgaben darauf, dass du einen zusätzlichen Puffer einbauen, damit der Abgabetermin eingehalten werden kann. Bei einer zu großzügigen Timeline aber besteht die Gefahr, dass die Angelegenheit aufgeschoben oder gar aus den Augen verloren wird. Achte also, dass die Zeitspanne nicht zu knapp, aber auch nicht zu lang ausfällt.

WIE soll es gemacht werden?

Mit der Delegation gibst du Verantwortung ab. Je nach Situation und Erfahrungsschatz des Mitarbeiters musst du unterscheiden ob der Mitarbeiter mehr Anleitung braucht oder weniger. Bei unerfahrenen Mitarbeitern ist es sinnvoll, Zwischenziele zu vereinbaren und sich in kleinen Schritten dem Ziel zu nähren. Erfahrene Mitarbeiter brauchen hingegen weniger Anleitungen, weil sie den Weg zum Ziel selbst finden. Hier wäre zuviel Vorgabe und Kontrolle falsch, da sie dem Mitarbeiter das Gefühl geben, dass du ihm die Aufgabe nicht zutraust.

WER informiert wen, wenn es nicht nach Plan läuft?

Wichtig ist die Kommunikation. Hast du immer ein offenes Ohr, wenn es Fragen gibt. Kommt der Mitarbeiter selbst auf dich zu oder musst du regelmäßig Feedback einholen. Damit das Ergebnis erreicht werden kann und der Abgabetermin eingehalten werden kann, ist es wichtig rechtzeitig einzugreifen. 

© Karin Tatzmann

Die 5 Stufen der Delegation

Stufe 1 – Umsetzung der Aufgaben

In Stufe 1 gibst du alles genau vor. Du hast bereits recherchiert und entschieden und sagst dem Mitarbeiter genau was er zu tun hat.

Stufe 2 – Einarbeitung und erste Lösungsvorschläge

In der nächsten Stufe sagst du dem Mitarbeiter, dass er sich in das Thema allgemein einarbeiten und Lösungen finden soll.

Stufe 3 – Erarbeitung von Vorschlägen

In der Stufe 3 arbeitet sich der Mitarbeiter detaillierter ins Thema ein und arbeitete auch konkrete Lösungsvorschläge mit Begründungen aus, warum er bestimmte Vorgehensweisen so umsetzen würde. Du triffst aber noch die Entscheidung

Stufe 4 – Entscheidungen mit Kontrolle

Der Mitarbeiter trifft selbständig Entscheidungen und berichtet an dich. Im gemeinsamen Gespräch wird dann die Vorgehensweise besprochen.

Stufe 5 – Entscheidungen ohne Kontrolle

In der letzten Stufe entscheidet der Mitarbeiter eigenmächtig ohne Rückmeldung. Du hast vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten deines Mitarbeiters.

Wenn du willst, dass deine Mitarbeiter sich weiterentwickeln und du als Unternehmer:in wachsen willst, dann versuche mit deinen Mitarbeitern die Stufe 5 zu erreichen.


Wenn ihr mehr zum Thema Delegation erfahren wollt, dann nutzt die Chance und ladet euch die Checkliste von Karin kostenlos herunter. Die Checkliste enthält die 5 W-Fragen, wie man strukturiert und erfolgreich Aufgaben delegiert. Tragt euch ein und ihr bekommt die 5 W-Fragen. Damit könnt ihr sofort mit dem Delegieren loslegen.

Link: https://subscribepage.io/delegation

#highfive
Karin und euer RealTalk-Team

Delegieren für Führungskräfte

Gastbeitrag von Karin Tatzmann

Vor einigen Wochen haben wir die tolle Karin kennengelernt. Beim RealTalk am 09.03.2022 war sie im Publikum – gleich darauf packte sie der Impuls, etwas für unsere Community beitragen zu wollen. Und et voilà – die Idee zu einem Blogbeitrag war geboren. Karin ist systemischer Coach und Mentaltrainerin. Sie hilft Führungskräften, Mitarbeitern, Teams und Unternehmen, individuelle Lösungen und Strategien gemeinsam zu erarbeiten. Sie zeigt Ihnen, wie man neue Denkprozesse trainiert und mit Veränderungen besser umgehen lernt.


Vielen fällt es schwer, Arbeiten abzugeben, zu delegieren. Doch niemand kann alles alleine schaffen. Meistens sind es vielbeschäftigte und überarbeitete Menschen, die alles selbst erledigen wollen. Oder auch Personen, die dazu neigen, die Kontrolle über alles behalten zu wollen. Aber auch aus Unsicherheit oder Selbstüberschätzung.

Stell dir kurz einmal vor, du wärst Dirigent:in eines Orchesters. Ist es deine Aufgabe als Dirigent alle Instrumente zu spielen oder leitest du dein Orchester an und gibst die richtigen Vorgaben wie Rhythmus, Takt, Einsatz und Pausen? Und genauso so sollte dein Führungsalltag ausschauen. Statt dich um alle Details und um jede Aufgabe zu kümmern, konzentrierst du dich auf das große Ganze.

Als Führungskraft bist du für die Führung deines Teams zuständig – nicht für jede einzelne Aufgabe.

Was bedeutet delegieren überhaupt?

Delegieren bedeutet Aufgaben, Kompetenzen oder Verantwortung an Mitarbeiter:innen zu übertragen.

Aufgaben richtig aufzuteilen, erfordert spezielles Wissen – sowohl über die Fähigkeiten der Mitarbeiter, an die Aufgaben zu delegieren sind, als auch über die eigenen Stärken und Schwächen. Du sollst nicht nur langweilige Routineaufgaben delegieren, sondern auch dafür sorgen, dass du deinen Mitarbeitern die Chance gibst an neuen Aufgaben zu wachsen und die Kompetenzen zu verbessern.

Warum ist das überhaupt wichtig? Eben weil keiner von uns alles kann – weder zeitlich noch fachlich. 

© Karin Tatzmann

Warum lohnt sich delegieren?

Für dich als Führungskraft

  • Du sparst dir viel Zeit
  • Du gibst Verantwortung weiter
  • Du schaffst Vertrauen
  • Du hast zufriedenere Mitarbeiter
  • Du forderst deine Mitarbeiter
  • Du findest mehr Fokus & Konzentration

Für dein:e Mitarbeiter:innen

  • Bekommen die Möglichkeit ihr Potenzial voll zu entfalten
  • Sie dürfen mehr Verantwortung übernehmen
  • Durch den Vertrauenszuspruch erkennen sie sich als Teil der Wertschöpfungskette an
  • Werden zu besseren Leistungen angespornt

Was hindert mich am Delegieren?

Finde heraus, was dich am Delegieren hindert

Vor allem Glaubenssätze, wie

  • „Ich kann die anderen nicht mit meinen Aufgaben belasten.“
  • „Das macht sowieso keiner besser oder schneller als ich.“
  • „Bevor ich alles lang und breit erkläre, mache ich es lieber selbst.“
  • „Wenn etwas schiefgeht, dann muss ich den riesigen Scherbenhaufen beseitigen.“
  • „Außer mir weiß keiner, wie das genau geht.“

hindern dich zu delegieren

Welche Aufgaben lassen sich gut delegieren?

  1. Routineaufgaben

Routineaufgaben sind ideal zum Delegieren. Vor allem Führungskräfte sollten hier rigoros sein. Du bist kein hochbezahlter Sachbearbeiter mehr. Bei ungeliebten Routineaufgaben achte darauf, dass du diese gleichmäßig im Team verteilst – dies kann sonst zu Frustration führen.

2. Technikaufgaben

Nicht nur Mitarbeiter oder Kollegen können uns Arbeit abnehmen. Auch praktische technische Helfer, Software und Co. können uns entlasten

3. Einmalaufgaben

Einmalige Aufgaben, wie beispielweise Organisation von Meetings lassen sich leicht delegieren. 

4. Gut vorbereitete Tätigkeiten, die anhand einer Checkliste abgearbeitet werden können.

Dies kann beispielsweise das Erstellen von Berichten sein, das Updaten von Datenbanken oder die regelmäßige Kalibrierung eines Gerätes. Die Kompetenz und der Reifegrad der Mitarbeiter spielt hier eine Rolle.

5. Spezialistenaufgaben
Befinden sich Mitarbeiter im Team, die erforderliche Kenntnisse haben, können diese Aufgaben vielleicht besser oder schneller erledigen als die Führungskraft.


Nächste Woche am Samstag folgt der zweite Teil von Karins Gastbeitrag, den dürft ihr euch nicht entgehen lassen, denn hier gibt sie konkrete Tipps zur Delegation für jedermann und jederfrau. Wenn ihr mehr von Karin und dem Thema Delegation erfahren wollt, dann nutzt die Chance und informiert euch über ihre Führungskräfte-Akademie.

Die Führungskräfte-Akademie liefert dir den kompletten Werkzeugkasten, den du für die optimale Führung deines Teams benötigst. Egal ob du in einem Industrieunternehmen arbeitest, in einem großen Konzern oder selbständig als Unternehmer:in tätig bist. Der Kurs startet am 2. Juni und die Plätze sind begrenzt.

Link: www.karin-tatzmann.at/akademie

#highfive
Karin und euer RealTalk-Team

So steuerst du deine Emotionen

Gastbeitrag von Dali Ostojic

Das Fundament des menschlichen Antriebs sind Emotionen. Hass und Wut erschafft Kriege, Liebe und Mitgefühl erschafft Frieden. Wollen wir Weltfrieden? Wollen wir unsere Gefängnisse leeren? So müssen wir Menschen hervorbringen die glücklich, liebevoll und voller Freude sind. Menschen welche Freude im Körper tragen, begehen keine Verbrechen. Volle Gefängnisse sind das Ergebnis einer emotional verwirrten Gesellschaft… leider!

„Wer Erfolg haben will, muss klug mit Gefühlen umgehen.“

Daniel Goleman

Leider haben wir Menschen, keinen Plan und keine Kontrolle über das was uns antreibt. Unsere Emotionen arbeiten die meiste Zeit gegen uns statt für uns. Wir fühlen uns ständig müde, ausgelaugt, frustriert, ängstlich oder voller Sorgen. Es liegt an uns die Prozesse und Systeme kennenzulernen, wenn wir diese Prozesse nicht kennen, dann werden die gegen uns arbeiten und wir werden es nicht mal wahrnehmen.

Wir müssen EMOTIONAL INTELLIGENTER werden!

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zutreffend zu erkennen, zu verstehen und verantwortungsvoll und konstruktiv zu beeinflussen. Grob ausgedrückt – positive Gefühle zu verstärken und negative Gefühle abzuschwächen.

Personen mit höheren „EQ“ sind besser in der Lage, ihre Emotionen zu managen und dadurch meistern sie besser persönlichen Herausforderungen.

Die folgenden Tipps helfen dir damit auch du eine emotional Intelligente Person wirst:

Mehr beobachten, weniger bewerten

In der Welt der Bewertung vergebe ich einen Wert für das was ich sehe, basierend auf meinen Erinnerungen und Erfahrungen. Jede Bewertung füllt ein neutrales Bild mit den verschiedensten Gedanken, welche in uns verschiedenste Emotionen erzeugen – das Endprodukt von all dem ist „Verwirrung“.

In der Welt der Beobachtung sehe ich nur, was ich mit meinen Sinneskanälen wahrnehmen kann. Darin sind sich auch alle einig welche beobachten, hier gibt es keinen Platz für einen Wert oder eine Interpretation, somit entsteht auch kein Platz für Diskussionen, weder mit mir selbst noch mit allen anderen. Es kehrt Ruhe in den Kopf und Körper ein und ich gewinne wieder Klarheit.

Übe dich in Akzeptanz statt in Ignoranz

Der Psychologe Albert Ellis sagte, wenn wir uns nicht bedingungslos akzeptieren, entstehen Gefühle von Scham, Demütigung, Unzulänglichkeit, Angst, Schuld, Depression, Selbstkritik, Übererfüllung, Unwürdigkeit sowie mangelndem Selbstvertrauen.

In Akzeptanz zu leben bedeutet, dass das Leben, was uns geschieht, wie wir sind, wie andere sind und wie sie sich verhalten, uns nicht immer gefallen mag, ich aber statt Widerstände zu diesen Personen oder Situationen zu erzeugen, welche mich dann wieder belasten, ich stattdessen einfach OK sage. Ich gebe mir, den Situationen und den Menschen die Freiheit, zu sein wie sie sind. Das bedeutet sie dürfen fühlen, sich verhalten und erleben, wie sie möchten. Akzeptanz bedeutet nicht aber dabei untätig zu sein, sich alles gefallen zu lassen oder sich mit Sachen „einfach“ zufrieden zu geben. Es bedeutet ich akzeptiere es wie es ist, auf resiliente und handlungsorientierte Weise damit ich schnell in meine Ruhe und Klarheit komme, um aus dem Zustand kreative Lösungen für mich zu finden.

Bleibe bei deinen Angelegenheiten

Sich auf die eigenen Angelegenheiten zu besinnen hilft und schafft neue Freiräume und Selbstwirksamkeit. Denn in jeder Situation gibt es Aspekte, die trotzdem in meinem Einflussbereich liegen: meine Gefühle und Gedanken. Wir können lernen zu trennen, wo wir etwas (gedanklich) ändern können und wo nicht. So gelangen wir an einen Punkt zurück, an dem wir eigene Handlungsfreiheit zurückgewinnen – Ganz nach dem Grundsatz: 

  • Love it (ich lerne es zu lieben/anzunehmen)
  • Change it (ich ändere die Situation/das Problem oder die Gedanken zur Situation), Leave it (Ich verlasse die Situation/das Problem).

euer Dali Ostojic

Wenn du mehr von Dali erfahren möchtest – hier klicken!

Diabetes Typ 1! Und weiter?

Gastbeitrag von Markus Sauer

Seit 2015 habe ich Diabetes Typ 1. Genauer gesagt seit 17.06.2015 so ca. gegen 10:30 vormittags, erfuhr ich bei einer Untersuchung bei meinem Hausarzt, dass ich Diabetes habe und ins Krankenhaus muss. Tja, da stellt sich die Welt schon mal kurz auf den Kopf. Allerdings auch nicht besonders lange muss ich gestehen. Immerhin musste ich das Dienstrad zurück in die Firma bringen und noch bei der 40er-Feier meines Kollegen anständig futtern. Ich wusste zu dem Zeitpunkt ja nicht genau was noch alles auf mich zukommen wird. Es gab aber keine großen Überraschungen. Ich musste ins Krankenhaus, wurde behandelt und geschult.

Zwei Wochen Krankenstand mit einem „Crash-Kurs“ in Diabetes für Dummies und wie man lernt alles richtig zu machen ohne dauernd Unterzucker (Hypoglykämie, kurz Hypo) oder zu viel Zucker (Hyperglykämie) zu bekommen. Im Idealfall bewegt man sich in einem Zielbereich, der für jeden individuell sein kann, im Regelfall aber zwischen 70-180 mg/dl liegt. Natürlich wird vielen von euch das jetzt nicht viel sagen.

Stellt es euch wie bei einem Auto mit dem Tank vor, unter 70 fährt man auf Reserve und zittert zur nächsten Tankstelle. In dem Fall zur Naschlade oder sonstigem Süßen. Über 180 testet man gerade ob der Überlauf an der Tankstelle funktioniert und der zu viel getankte Sprit auch wirklich abrinnt. In diesem Fall ist das der Versuch des Körpers den Blutzucker selbst über Ausscheidungen durch die Nieren, Atemluft etc. zu regulieren.

Bei gesunden Menschen hilft hier die Bauchspeicheldrüse wunderbar aus und gibt eine kräftige Portion Insulin ab, damit so etwas gar nicht erst passieren kann. In meinem Fall und dem meiner Diabeteskollegen mit Typ 1 müssen wir das extern über Insulinpumpen oder Insulinspritzen regulieren. Wenn man im idealen „Tankbereich“ unterwegs ist, sind Folgeschäden, das reicht von Amputation der Füße bis hin zur Erblindung, um nur ein paar zu nennen, eher unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen. Ich könnte mich jetzt ein Leben lang darauf vorbereiten was alles passieren kann oder ich mache einfach das Beste daraus, akzeptiere die Krankheit als Teil von mir und mache einfach das was ich am besten kann. Nämlich weiter im Leben und das auf einem neuen Schwierigkeitslevel. 

Warum ich? 

Eine Frage die ich oft gehört habe. Hast du sie dir nie gestellt, wurde ich unzählige Male gefragt. Ich muss ehrlich sagen, NEIN das habe ich nicht. Meine Einstellung zum Leben ist, dass alles eine Chance sein kann, wenn ich das Richtige daraus mache. Ihr fragt euch nun bestimmt, wie kann Diabetes eine Chance sein und wofür überhaupt? Das ist eine gute Frage! Hätte ich diese bei der Diagnose gestellt bekommen, hätte ich sie nicht beantworten können. Nun sind einige Tage ins Land gezogen und ich kann sie beantworten.

Hätte ich Diabetes nicht bekommen, wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin. Ich habe einen guten Job der mich zu 99% glücklich nach Hause gehen lässt. Bin sportlicher und fitter als ich es mir jemals nur im Ansatz hätte vorstellen können. Ich stecke sogar einige gesunde Athleten ganz locker in die Tasche. Meine Einstellung einfach nicht änderbare Dinge anzunehmen und die Tatsache, dass ich gewisse Eigenschaften, Dinge usw. loslassen muss um weiter voranzukommen, konnte ich vertiefen. Ich habe mich selbst besser und die Signale die mein Körper sendet, wie Hypos oder Hypers, besser verstehen gelernt. Gehe positiver eingestellt durch den Alltag. Und das sind nur ein paar Dinge, die dieses süße Mitbringsel mir gelernt und weiter ausbauen geholfen haben. 

Unheilbar chronisch krank! Na und!

Aktuell gibt es für Diabetes noch keine Heilung, sondern nur Therapiemöglichkeiten und Medikamente die mir und allen Menschen mit Diabetes, egal welcher Typ, helfen die dauerhafte gesundheitliche Begleiterscheinung in den Griff zu bekommen. Wir könnten jetzt alle eine Selbstmitleidsgruppe bilden und uns gegenseitig bemitleiden, aber das bringt niemanden von uns weiter. Im Gegenteil es zieht uns eher runter und macht uns nur noch mehr krank. Ich habe losgelassen so gesund zu sein wie jemand ohne Diabetes. Mir geht es gut damit und ich erreiche meine Ziele die ich mir setze. Ich gehe sogar so weit, dass wenn ich gefragt werde, müsstest du eine Krankheit aussuchen die dich ein Leben lang begleitet, welche wäre das? Würde ich Diabetes wählen und antworten. Immerhin ein süßer Weggefährte. 

Ich habe der Krankheit auch einen Namen gegeben. Auf die Idee hat mich eine APP (mySugr) mit dem Diabetesmonster gebracht. Für mich ist es kein Monster. Eher ein treuer Weggefährte der mich bis zum Schluss begleiten wird. Ein Kumpel, wenn es gut läuft, ein blöder Sack, wenn es nicht so läuft. Letzten Endes ist es immer, dass was ich mit meiner Selbstbehandlung gemacht habe. Und zum Namen von meinem Kumpel, ich habe es Mauzi (Spoiler, ein Pokemon heißt gleich) getauft. Den Spitznamen habe ich selbst mal bekommen und nachdem der Kumpel ja ich selbst bin, kann es auch den gleichen Spitznamen haben. Das klingt jetzt bei weitem nicht mehr so schlimm oder? Seht ihr, unheilbar krank! Na und? 

Eine Krankheit die Grenzen setzt oder so…

Falsch. Fast zur Gänze Falsch. Die Grenzen setzt man sich selbst nur mit fortschreitendem Alter und durch mögliche Folgeerkrankungen werden sie dann schon von Diabetes selbst gesetzt. Erstmal möchte ich zu Grenzen sagen, dass ich sie mir selbst setze. Wenn ich damit zufrieden bin, ist alles gut. Dann darf ich aber auch nicht jammern, wenn ich nicht über meine Grenzen gehen kann. Wenn ich sie verschieben möchte, muss ich daran arbeiten und mich erstmal langsam herantasten. Ich bin sehr sportlich und laufe Marathons und wenn es mich überkommt auch Ultramarathons (die sind dann weiter als 42,195 km). Das ist für einen gesunden Menschen ohne Training schon ganz herausfordernd.

Markus Sauer beim Grazathlon

Jetzt versetzt euch in meine Lage und multipliziert es mit einem Faktor der euch gefällt. Es ist völlig egal wie hoch der ausfällt. Während der Belastung, egal ob Wettkampf oder im Training, muss ich ständig meinen Blutzucker überwachen und darauf reagieren. Das muss ich ja sowieso dauerhaft machen. Also 24/7, 365 Tage im Jahr, manchmal, so ca. alle 4 Jahre, sogar 366. Je länger ich trainiert habe und mich damit auseinander setzten durfte, desto besser konnte ich mein Training und meine Wettkämpfe absolvieren. Ich bin meine längste Distanz über 75 km und 2500 Höhenmeter gelaufen. Einen Marathon am Berg über 44 km mit knapp 3200 Höhenmeter habe ich gemacht und ich bin in jedem Bundesland in Österreich innerhalb eines Jahres einen Marathon gelaufen.

Beim Grazathlon habe ich die Ultradistanz absolviert. Das bedeutet so viele Runden zu laufen bis der letzte Startblock gestartet ist. Insgesamt waren das dann 34 km und 78 Hindernisse. Ihr seht also schon, ich kenne sportlichen gesehen kaum Grenzen. Ich möchte allen zeigen, dass Diabetes zwar nicht das ist was man sich in seinem Leben unbedingt wünscht, aber dennoch nicht das Ende der Welt geschweige denn, das Ende meines oder eures Lebens bedeutet. Also kümmert euch um euch selbst, achtet auf euch und eure Gesundheit und nehmt die Hilfe von Ärzten, Diabetelogen, Ernährungsberatern, usw. an. Ihr werdet sehen, auch euch sind kaum Grenzen damit gesetzt. 

Diabetesparty

Was auch zu sagen ist, feiern geht trotzdem. Ich habe seit meiner Diagnose viele Partys gemacht. Und auch einiges getrunken. Es ist natürlich nicht das Gesündeste, das ist es aber für niemanden. Man kann sich gerne ordentlich feiern lassen und sich anständig die Rüstung verzinken und am nächsten Tag Shit-Faced auf der Couch liegen und langsam wieder zum Leben erwachen. ES IST MÖGLICH! ALLES IST MÖGLICH! Mit Vorsicht und Bedacht. Es gilt dabei immer aufzupassen.

Auch hier stellt mich Diabetes vor eine Herausforderung auf die ich achten musst. Alkohol hemmt die Leber den Zucker im Blut zu verstoffwechseln, weil sie mit entgiften beschäftigt ist. Hier muss ich extrem aufpassen, dass ich nicht zu viel von alkoholischen Getränke erwische und gleichzeitig zu viel Insulin spritze. Dann kann es ganz schnell gehen und aus einer lustigen Partynacht wird der Horror. Man erwacht, sofern es nicht zu heftig ist, im Krankenhaus und muss mühsam wiedereingestellt werden und sich zurückkämpfen.

Mir ist das noch nicht passiert und bleibt mir hoffentlich erspart. Hier versuche ich nicht meine Grenzen zu verschieben. Ich kenne sie und weiß, dass das äußert dumm ist. Ich möchte nur sagen, dass es trotzdem möglich ist mitzufeiern und auch einmal über den Durst zu trinken erlaubt ist. Wie man sieht, das Leben ist, dass was ich daraus mache. Und ich finde das mein Leben mit Diabetes schön ist. 

Punkte für ein besseres Leben (mit Diabetes, aber auch generell anwendbar) 

  • Akzeptiere was du nicht ändern kannst und lass los, dass es vielleicht irgendwann mal möglich sein wird. Wenn dem so ist, dann kommt es sowieso auch wenn ich nicht darauf warte.
  • Achte auf dich selbst und versuche deinen Körper und die Signale zu verstehen, die er dir sendet. Wir sind keine Maschinen mit Warnleuchten, die uns signalisieren wann Schluss ist. Das muss jeder für sich selbst finden und merken. 
  • Gib deinen Problemen oder Aufgaben einen Namen und schau was du für, gegen oder mit ihnen machen kannst damit du sie löst.
  • Lerne deine Grenzen kennen und nimm sie fürs erste an. Wenn du sie kennst kannst du selbst entscheiden, ob du sie verschieben oder belassen möchtest wo sie sind. Es ist was du daraus machst. Mach niemand anderen für deine Grenzen verantwortlich, du alleine bist dafür verantwortlich. 
  • Bewegung ist gesund und hilft dir bei allem. Finde was dir Spaß macht und dann „Go for it!“
  • Wenn es mal gar nicht läuft, dann ist das auch nicht schlimm. Es gibt so Tage. Einfach abhaken und weitermachen. Es wird wieder. 
  • Wenn du etwas wirklich willst und du nur hörst das geht nicht oder anderes Blabla, dann scheiß drauf und mach einfach. Das schlimmste was passieren kann ist zu scheitern. Das ist kein Verlust, du gewinnst nämlich immer noch an Erfahrung dabei und lernst etwas. Wenn du hinterher hörst, ich habs dir ja gesagt, dann haben die anderen wenigstens Recht gehabt. Dir kann es egal sein, du weißt, du hast es versucht und kannst dir keine Vorwürfe machen. 
  • Und last but not least. A little party never killed nobody. Feiern ist erlaubt und soll auch sein. 

Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht, das zu lesen und ich konnte euch ein paar Einblicke und vielleicht auch Tipps geben. Falls ihr Fragen habt oder etwas genauer über mein Diabetesmanagement wissen wollt könnt ihr euch gerne über RealTalk, Instagram oder Facebook melden. 

Süße Grüße Markus
und sein Diabetes Mauzi

Warum deine Idee für den Müll ist, wenn du sie nicht in 2 Minuten erklären kannst

Der wohl kürzeste Gastbeitrag der Welt –  Head of trend- and innovation der REWE international AG Markus Kuntke, erklärt uns in 40 Sekunden warum deine Idee für den Müll ist, wenn du sie nicht in 2 Minuten erklären kannst! Er ist außerdem bekannt aus der Puls-4-Fernsehshow 2-Minuten-2-Millionen. 

An sich lässt sich das super einfach erklären. 

Besonders wenn es sich um Ideen für den Retail dreht, sind zu komplizierte Produktvorstellungen ein absolutes No-Go. Denn auch der Endkunde hat weder Zeit noch Lust, sich zu lange mit dem Produkt auseinander zu setzen, um den USP bzw. den Mehrwert zu erkennen. Außerdem ist es natürlich für die Entscheider nicht sonderlich spannend, ewige Geschichten zu hören. 

Nur wenn der Funke und die Begeisterung in kürzester Zeit überspringen, hat die Idee und das Produkt eine realistische Chance. 

Das heißt natürlich nicht, dass man nicht aufgeregt sein darf, sowas versteht jeder. Aber unvorbereitete und langatmige Vorträge führen sicher zum schnellen Ende.

#highfive

euer Markus Kuntke

To-Do-Listen abhaken

Selbstmanagement rocks – das ist das Motto von Thomas Mangold. Der Zeitmanagement-Experte war nicht nur in unserem RealTalk-Podcast zu Gast, er hat auch einen Blog-Beitrag zum Thema “To-Do-Listen abhaken” für euch verfasst. Die besten Inhalte, für die beste Community – für euch! Viel Spaß beim Lesen!

Vielleicht kennst du die folgende Situation: Anstatt am Ende des Tages den letzten Punkt auf deiner To-Do-Liste abzuhaken und glücklich in den Feierabend zu gehen, musst du viele Aufgaben auf den nächsten Tag verschieben.

Dasselbe wiederholt sich täglich, sodass deine To-Do-Liste immer unübersichtlicher wird. Sie wächst, wächst und wächst, bis sie sich deiner Kontrolle entzieht. Spätestens dann wird es problematisch und es gibt Handlungsbedarf.

5 Gründe, wieso deine To-Do-Liste immer länger wird

1. Du arbeitest ohne Fokuszeiten

Fokuszeiten sind Zeiten, in denen du hochfokussiert arbeitest – das bedeutet ohne Ablenkungen, seien es Anrufe, Pop-Ups, E-Mails oder Termine. Dein Geist kann so voll auf eine Aufgabe fokussiert sein, ohne ständig mit ablenkenden Gedanken um die Ecke zu kommen. Diese Fokuszeiten haben leider die wenigsten Menschen in ihren Arbeitsalltag integriert, obwohl in dieser vermutlich 2 bis 3 Mal so viele To-Dos abgehakt werden können.

2. Du hast zu viel Kommunikationszeit

Ich coache regelmäßig Unternehmer und Führungskräfte. Dabei schaue ich mir immer deren Terminkalender an. Wenn der Terminkalender einer Person von morgens bis abends voller Termine ist, dann wird sofort sichtbar, dass keine freie Zeit zur Verfügung steht, in der To-Dos erledigt werden können. Alle unnötigen Meetings, Konferenzen usw. müssen eliminiert werden. Im nächsten Schritt kann überlegt werden, welche Aufgaben und Termine automatisiert werden können – das ist auch bei Kommunikationsaufgaben möglich. Und natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, die restlichen Aufgaben zu delegieren.

Die übrigen To-Dos müssen von dir umgesetzt werden, jedoch solltest du dir genau überlegen, wie du das machst:

  • Braucht es tatsächlich ein Meeting oder kann die Aufgabe auch durch eine kurze Sprachnachricht kommuniziert werden?
  • Welche Art und Weise der Kommunikation macht am meisten Sinn?
3. Du hast keine Pufferzeit eingeplant

Eine Pufferzeit gibt allen unvorhersehbaren Aufgaben einen Zeitrahmen. Du kennst es vermutlich, dass du deinen Tag gut geplant hast und plötzlich kommt der Chef oder ein Kunde mit einer dringenden Aufgabe um die Ecke oder ein unerwartetes Problem muss gelöst werden. Die neu auftauchenden To-Dos brauchen Zeit, doch du hast keinen Platz mehr in deinem Terminkalender, weil du von morgens bis abends alles verplant hast.

 4. Zu viel und zu optimistische Planung

Optimismus ist grundsätzlich gut. Doch zahlreiche Studien zeigen, dass viele Führungskräfte bei ihrer Planung zu optimistisch sind. So werden zum Beispiel bereits für den Montag mehr Aufgaben auf die To-Do-Liste gepackt als in der gesamten Woche zu schaffen sind. Überlege, ob deine Planung zu optimistisch ist. Du erkennst das daran, ob am Ende des Tages immer wieder To-Dos auf deiner Liste übrigbleiben.

 5. Kein Plan, in welcher Reihenfolge die Aufgaben abgearbeitet werden

Wenn du keinen Plan hast und wild auf deiner To-Do-Liste hin- und herspringst, dann wirst du vermutlich zuerst die kleinen und einfachen Aufgaben erledigen. Das macht Spaß und ist einfach.

Dann ist der Arbeitstag plötzlich vorbei und die wirklich wichtigen To-Dos müssen auf den nächsten Tag verschoben werden. Das kann keine zielführende Strategie sein. Wann willst du welche Aufgaben erledigen? Und in welcher Reihenfolge?

Die Praxis: Was kannst du tun, um deine To-Do-Liste im Griff zu haben?

Lass uns nun Lösungen für die 5 genannten Probleme finden, sodass deine To-Do-Liste nicht immer weiter wächst, sondern diese täglich abgearbeitet werden kann.

1. Wie lassen sich Fokuszeiten implementieren?

Wenn du selbstständig bist, kannst du deine Zeit freier einteilen und meine Erfahrung zeigt, dass es meist beschränkende Glaubenssätze sind, die uns davon abhalten, Fokuszeiten zu implementieren.

Der Klassiker: „Ich muss für meine Kunden immer erreichbar sein.“ Das stimmt nicht – niemand muss ständig erreichbar sein. Aus meiner Sicht gibt es diesbezüglich keinerlei Ausreden. Es gibt immer Möglichkeiten, deine Zeit besser einzuteilen und für Fokuszeiten zu sorgen.

Wenn du angestellt bist, ist es sinnvoll, dein Vorhaben mit deinem Vorgesetzten zu kommunizieren. Beginne mit dem Ziel, eine Stunde pro Tag mit vollem Fokus arbeiten zu können. Frage nach, ob es möglich ist, für diese Zeit das Smartphone auszuschalten und ohne jegliche Ablenkungen arbeiten zu können. Bisher habe ich keinen einzigen Fall erlebt, bei dem dieses Vorhaben von Vorgesetzten nicht akzeptiert worden wäre.

Wichtig ist, die Fokuszeiten und deren Vorteile klar darzustellen. Infolgedessen macht es zusätzlich Sinn, die erzielten Ergebnisse zu kommunizieren: „Lieber Chef, ich habe in der Fokuszeit das 3-fache geschafft, als in den regulären Arbeitszeiten.“

2. Kommunikationszeiten verringern

Es gilt, Aufgaben zu eliminieren, zu automatisieren und zu delegieren. Die To-Dos, die übrig bleiben, möchten von dir überlegt abgearbeitet werden:

Überprüfe deinen Terminkalender in Hinblick auf Aufgaben, die auf eine andere und smartere Weise kommuniziert werden können. Braucht es ein Meeting? Reicht ein kurzer Anruf oder eine Sprachnachricht aus? Muss es ein 1:1 Gespräch sein oder wäre ein E-Mail sinnvoller?

Als Angestellter solltest du diese Vorhaben natürlich mit deinen Vorgesetzten abstimmen. Zeige ihnen, wie viel es dem Unternehmen unnötig kostet, wenn du sinnlos in Meetings sitzt.

3. Pufferzeiten einführen

Wie viel Pufferzeit musst du freihalten? Notiere über 10 Werktage, wie viel Zeit du für To-Dos aufbringst, die unvorhergesehen hereinkommen.

Diese 3 Parameter solltest du dabei festhalten:

1.  Wann kamen die Aufgaben herein?

2.  Wie viel Zeit hat die Erledigung beansprucht?

3.  Von wem kamen die To-Dos?

Aus diesen Daten kannst du die durchschnittliche Pufferzeit pro Tag ausrechnen, die du infolgedessen täglich freihalten solltest.

Vielleicht erkennst du auch bestimmte Muster. Von einer Person könnte der Großteil deiner unvorhersehbaren Aufgaben kommen. Oder Aufgaben kommen an bestimmten Werktagen besonders häufig vor. Welche Muster kannst du erkennen?

4. Plane deine To-Do-Liste pessimistischer

Nimm deine To-Dos zur Hand und schreibe auf, wie lange du jeweils für die Erledigung aufbringen musst. Berechne im folgenden Schritt, wie lange du für die gesamte Abarbeitung benötigen wirst. Wenn der erwartete Zeitaufwand 27 Stunden wäre, siehst du eindeutig, dass das Abarbeiten der To-Do-Liste weit mehr als einen Arbeitstag benötigen wird. Aufgaben müssen entsprechend neu geplant werden.

5. Gehe mit einem roten Faden durch den Tag

Überlege dir, wann die To-Dos am besten erledigt werden können. Welche Aufgabe passt in einen 30-minütigen Slot vor einer Besprechung? Welche To-Dos sind wichtig und sollten sofort erledigt werden?

Mein Tipp: Erledige zuerst die wichtigsten Aufgaben!

Fazit

Wenn du die Tipps umsetzt, wirst du regelmäßig das geniale Gefühl erleben, am Ende des Tages alle To-Dos abgehakt zu haben. Du kannst glücklicher und zufriedener in deinen Feierabend starten.

#highfive
euer Thomas Mangold

PS: Unser Blogbeitrag „Die Lösung für verzweifelte To-Do-List-Typen“ könnte die ebenfalls gefallen.

Mehr Leben, weniger Trash

Das Leben als Abenteuer betrachten, sich weiterentwickeln und ein „Geht nicht“ als Challenge neu definieren: Das wäre es doch! Wenn du dabei ganz nebenbei auch noch die Welt rettest, warum nicht. Zero Waste ist mehr als einfach nur Abfallvermeidung. Zero Waste steht für Null Verschwendung. Verschwende keine Ressourcen. Verschwende keine Chancen auf ein großartiges Morgen. Verschwende dein Leben nicht mit dem kleinen Glück aus Plastik, denn da draußen wartet mehr auf dich.

Die Freiheit zu entscheiden

Stell dir vor, du gehst in den Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen. Stell dir vor, du trägst sie nach Hause und unterziehst den Einkauf einer kritischen Analyse: Auf eine Seite gibst du die eigentlichen Produkte, auf die andere Seite nur die Verpackungen. Welche Seite dominiert? Spätestens jetzt drängt sich die Frage auf, ob du dich aus freien Stücken für beides entschieden hast, für die Lebensmittel und auch für die Unmengen an Plastikverpackung, Papiersackerl, Dosen und Gläser. 

Ich habe mich bereits vor Jahren bewusst dagegen entschieden, doch genützt hat es mir wenig. „Verpackung ist notwendig, da kann man nichts machen“, hieß es dann. Also habe ich versucht, mein Unbehagen bei jedem Einkauf zu ignorieren. Den Frust über Entscheidungen, hinter denen ich nicht stand, mir selbst gegenüber zu leugnen. 

300.000 Tonnen Verpackungsplastik

Diese Unmengen fallen jährlich in Österreich an, und auch ich habe aktiv dazu beigetragen, denn ich hatte keine Wahl. Was ist ein gutes Leben? Für mich ist es die Freiheit, selbst zu entscheiden. Die Freiheit, meine Werte zu leben. Die Freiheit, Zukunft positiv zu gestalten statt sehenden Auges in eine ökologische Katastrophe zu laufen.

Nur drei Schritte 

Erst nachdem ich jahrelang mehr schlecht als recht versucht habe, nachhaltig zu leben, bin ich durch Zufall auf den Begriff Zero Waste gestoßen. Z-e-r-o W-a-s-t-e. Komplett unrealistisch, übertrieben, verrückt, verheißungsvoll. Und ja, es funktioniert! Ich habe die Challenge angenommen und das Unmögliche einfach ausprobiert. Im Grunde sind es wenige Überlegungen, die es umzusetzen gilt:

Schritt 1: Refuse oder „Lass dich nicht zumüllen“: Sag nein zu billigen Goodies beim nächsten Event, zu einzeln verpackten Käsescheiben oder Kauf-zwei-zum-Preis-von-einem-Angeboten.

Schritt 2: Reduce oder „Lieblingsstück statt Massenware“: Gönn dir Mode, Elektrogeräte und andere Gebrauchsgegenstände in bester Qualität, um sie möglichst lange nutzen zu können.

Schritt 3: Reuse oder „Verwenden statt verschwenden“: Von der Mehrwegflasche über die unverwüstbare edle Rasierhobel bis zum wiederverwendbaren Edelstahl-Trinkhalm. Vom Online-Shopping auf deiner Lieblings-Second-Hand-Plattform bis zur Tauschparty oder den Reparatur-Tutorials auf www.ifixit.com

Deine Challenge – dein Tempo

Nein, es ist nicht der bequemste Weg, so viel steht fest. Warum solltest du Zero Waste dennoch eine Chance geben? Eines vorweg: Zero Waste ist kein Zustand, es ist ein Prozess. Keine Perfektion, sondern Entwicklung. Du selbst entscheidest, ob du einen rasanten Sprint hinlegst, ob du gemütlich läufst oder einfach nur spazierst. Hauptsache, du kommst voran. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Es sind die Erlebnisse und Erfahrungen, die das Leben ausmachen. Zero Waste bedeutet, dass du das Sein vor das Haben stellst, und dir damit mehr Leichtigkeit und Freiheit verschaffst. 
  • Du gönnst dir wenige, dafür aber hochwertige Dinge, die dir wirklich Freude bereiten.
  • Weniger Shopping lässt dir mehr Zeit für wichtige Menschen und die echten Prioritäten in deinem Leben.
  • Du entwickelst neue Fähigkeiten und Talente.
  • Du nimmst die Zukunft in die Hand, statt es anderen zu überlassen.

Begnüge dich nicht mit dem kleinen Glück in deiner Komfortzone , und stell dich der Challenge. Wir haben nur einen Planeten, und der braucht Leute wie dich, mit dem Mut und der Fähigkeit, das Leben out of the box zu denken. Zukunft ist, was du daraus machst.

#highfive
eure Evelyn Rath

Zero Waste Expertin und Rednerin

www.visionmuellfrei.at


Ich kann (nicht) sprechen?!

Hinter diesem Satz verbirgt sich eine Welle an Überwindungen, Komplikationen und Unsicherheiten.

Aber auch andere Eigenschaften bringt dieser Satz mit sich, wie z.B. Macht, Überzeugungskraft, Motivation und vor allem DEINE STIMME. Unsere Stimme ist das Kommunikationsmittel Nummer 1. Wir reden am Tag ca. 16.000 Worte, das sind 5.840.000 Wörter im Jahr. Diese Anzahl ist und war für mich immer unglaublich. Nur welche Gewichtung haben unsere Wörter? Welche Kraft geben wir ihnen? Welche Menschen erreichen wir damit und wie gut wählen wir unsere Wörter?

Fragen, die ich mir seit Beginn meines Lebens nicht stellen musste, da ich Stotterer war und bin. Richtig gehört, ich bin nach wie vor Stotterer. Mit knapp 30 Jahren, viel Bühnenerfahrung in Sprache und Gesang vor hunderten Menschen, in TV- und Radio-Interviews, als Mental- und Motivations-Speaker, als Unternehmer und Mensch. Die Frage, die sich viele Menschen, die mich kennen, stellen, ist: Wie konnte er das alles machen, ohne sich komplett zu blamieren? 

Wenn ich euch sage, dass mehr als 5% der gesamten Weltbevölkerung stottern, und Männer 5 mal öfter davon betroffen sind als Frauen, dann sind das Zahlen jenseits der 400-Millionen-Menschen-Marke. Viele Menschen kämpfen ein Leben lang mit diesem Problem, das dir dein ganzes Leben erschweren kann. Sei es beim Lesen im Unterricht vor der Klasse, beim Vortragen eines Referats, beim Sprechen vor anderen, bei Stresssituationen, bei deinem ersten Date usw. Die Aufzählungen sind schier grenzenlos. Bei den normalsten Dingen muss sich ein Stotterer überlegen, ob und wie er etwas sagt. Die Möglichkeiten, sich zu blamieren, ausgelacht und verspottet zu werden sind jeden Tag allgegenwärtig.

Ich kann NICHT sprechen!

Als ich 6 oder 7 Jahre alt war wurde ich von einer Therapeutin als Legastheniker eingestuft, da sie meinte, dass ich durch mein Stottern eine Lernschwäche habe und einen besonderen Unterricht benötigen würde. Ich wurde von meiner Mutter zu verschiedenen Therapeuten gebracht, welche ihr immer unterschiedliche Beurteilungen unterbreiteten. Vom Hören von klassischer Musik übers Malen bis hin zum Sprechunterricht war alles dabei. Nichts hat etwas bewirkt.

Jeder Stotterer, der diesen Text liest, wird verstehen, was es heißt, als Kind zu stottern. Die Ehrlichkeit von Kindern ist Fluch und Segen zugleich. Man wird ausgelacht und für „behindert“ gehalten. Es wird dir ständig gesagt, wie dumm du bist und es wird dir immer wieder spöttisch die Frage gestellt, warum du nicht mal einen geraden Satz sprechen kannst. Gemeinheiten, die unter die Haut gehen. 99% der Betroffenen ziehen sich dadurch noch mehr zurück.

Was habe ich nun anders gemacht? Als ich merkte, dass ich eine Begeisterung für Musik und das Singen verspürte, habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen, bin als 7-jähriger Junge auf einer Bühne vor ca. 100 Kindern und Eltern gestanden und habe gesungen. Alle, die zuschauten, wussten, dass ich extrem stotterte und warteten nur darauf, dass ich wieder zu stottern beginne. Doch nichts ist passiert, außer 3 Minuten stotterfrei und textsicher zu performen. Das war ein ausschlaggebender Moment und für die Zukunft richtungsweisend. 

Die Angst und die scheinbar größte Hürde eines Stotterers wurden zu meinem Kickstarter. Mut besiegt Angst.

Ich KANN sprechen?!

Die kommenden Jahre stand ich auf vielen Bühnen, aber das Stottern blieb. Mit über 20 Jahren hatte ich Momente, in denen es den Anschein machte, dass ich wieder in die alten Muster meiner Kindheit zurückfalle. Aber ich wollte und konnte diesen Rückschlag nicht akzeptieren.

Leider kann man nicht jedes Gespräch in einen Song verwandeln á la Disney, deshalb musste ich hart an mir arbeiten, um dort hinzukommen, wo ich jetzt bin. Vom Stotterer zum Speaker, das wohl unglaublichste Szenario traf tatsächlich ein. Die Stimmen, die mir mehr als 20 Jahre lang sagten, dass ich sprechbehindert und ein dummer Mensch bin oder mich einfach auslachten,  verstummten.

Ich habe junge Menschen jahrelang in Bereichen des Sprechens und der Bühnenpräsenz unterrichtet, habe Unternehmern Tipps für die Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern gegeben und stand auf Bühnen, auf denen ich Menschen von meinem Lebensweg erzählte. Derselbe Mensch, der Jahre zuvor keinen Satz ohne zu Stottern sprechen konnte, der keinen Satz laut vor anderen lesen konnte, der ausgelacht und fertig gemacht wurde weil er NICHT sprechen konnte.

Ich spreche hier nicht nur die Stotterer an, sondern auch Menschen, die Angst davor haben, vor anderen zu sprechen, die auf die Bühne wollen, aber dann kein Wort rausbringen und für alle, die denken: „Ich kann NICHT sprechen“. Doch, das kannst du. Und das sogar sehr gut. Der Antrieb dahinter muss stimmen. Frag dich, was die Leute verpassen, wenn sie dich nicht sprechen hören, was Menschen von dir lernen können, wenn du sprichst und was du mit deiner Stimme erreichen kannst.

Du KANNST sprechen!

#highfive
euer Matthias Göth

Übrigens: Hör dir auch Matthias´RealTalk-Podcast-Folge an: Spotify | Apple Podcast | Google Podcast

Die Kompetenz von Achtsamkeit & mentaler Stärke

Dieser Gastbeitrag stammt aus der Feder eines sehr guten Kollegen aus der Branche: Thomas Toperczer – dem Gründer von Your Skills und dem Initiator des Grazer Flow-Markts. In seiner ganz persönlichen Story erklärt er, wie er es mit Achtsamkeit und der Entwicklung von mentaler Stärke durch sehr dunkle Zeiten seines Lebens geschafft hat und die gelernten Lösungsansätze heute in seinem Alltag umsetzt. 

„Thomas, bevor du Mentaltrainer geworden wärst, hätten Obama und Putin eine Ehe geführt!”

Das hat mir ein alter Bekannter gesagt als ich ihn nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder getroffen habe – und Recht hatte er damit! Ich würde von mir selbst nämlich nicht wirklich behaupten, dass ich mich von Grund auf zum Typ Mensch zähle, der sich „von sich aus“ mit mentalem Training, Achtsamkeit oder Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt hätte. Aber wie so oft im Leben kommt es A) anders und B) als man denkt!

Das Leben ist eine ständige Entwicklung.

Das einzig wirklich Beständige im Leben ist die Veränderung. Wir planen unser Leben, die Liebe, die Karriere, die Erfolge, das Glück, unsere Beziehungen oder die Erfüllung. Und doch kommt es dann oft ganz anders, als geplant. Vielleicht kommt es sogar wirklich exakt so, wie geplant, aber es fühlt sich dann in dem Moment doch nicht ganz so gut an, wie wir uns das in unserer Vision vorgestellt hatten. Unser Verstand versucht das zu verstehen und wir denken, wir haben die Erkenntnisse, was wie warum funktioniert – oder eben nicht funktioniert. Und dann stoßen wir plötzlich in Situationen an unsere Grenzen und stellen fest: „He, Moment mal, an der Stelle war ich doch schon einmal, das kenne ich doch irgendwoher, warum ist es wieder so gekommen? Ist das jetzt zufällig oder könnte es sein, dass ich mich im Kreis drehe? Liegt es an mir, den anderen oder an der Situation oder vielleicht doch nur an den äußeren Umständen? Aus-Schluss-Basta! Ab sofort mache ich alles anders! Heute ist der erste Tag meines neuen Lebens!“

Gedankengänge und Vorsätze wie diese kennt höchstwahrscheinlich jeder von uns und das ist auch gut so. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt darauf eingehen, was es damit auf sich hat. 

Spulen wir nochmal kurz zurück!

Vor nun fast 7 Jahren hatte ich leider und zum Glück einen folgenschweren Motorradunfall. Doch nicht dieses Ereignis alleine motivierte mich, mich mit den Themen Mentaltraining, Achtsamkeit und Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen, sondern insbesondere die darauffolgenden Jahre, welche von starken Schmerzen rund um die Uhr sowie großen Einschränkungen meiner Mobilität geprägt waren. Seit diesem Tag leide ich an chronischen Schmerzen. Das bedeutet in meinem Fall relativ starke Rückenschmerzen in Kombination mit sehr wenig Schlaf. Mit heutigem Datum sind es nun 2.462 Tage nonstop. 

Und plötzlich war alles anders.

Ab dem Zeitpunkt des Unfalls änderte sich nicht nur mein physischer Zustand, sondern auch meine psychische und mentale Verfassung erheblich. Die mit dem Unfall einhergegangenen Veränderungen weckten (vorerst noch unbewusst) mein Interesse, mich näher mit den Hintergründen des Schmerzempfindens sowie Methoden und Techniken zur Schmerzlinderung zu beschäftigen. 

Ich habe mich dann intuitiv und ohne es selbst wirklich zu merken auf die Suche nach Antworten gemacht und wurde in den breitgefächerten Methoden und Ansätzen von mentalem Training & Achtsamkeit fündig. Es war fast so, als wenn ich notgedrungen eine unscheinbare Türe öffne und dahinter verbirgt sich plötzlich eine unendlich große Welt! Eine Welt voller Erkenntnisse, Einsichten, teilweise auch vielen Eingeständnissen und Lektionen, aber vor allem mit vielen potentiellen Möglichkeiten!

Die Kehrtwende

Ich persönlich beschäftige mich seit jeher gefühlt jeden Tag mit diesen Themen und ich bin natürlich noch lange nicht am Ende angekommen. Ich werde auch nicht ankommen, denn Persönlichkeitsentwicklung ist eine Reise ohne konkretem Ende. Den Platz, an dem wir angekommen sind, den gibt es nämlich nicht! Für mich ist es viel mehr ein Weg, den ich gehe, weil ich die Reise an sich spannend finde, weil ich neugierig und abenteuerlustig bin und es für mich hier viel zu entdecken gibt und weil es mein Leben interessanter, sinnvoller und vor allem um einiges erfüllter macht. 

Der Weg der kleinen Schritte 

Eines sei noch ganz kurz erwähnt – Wer sich in diesem Artikel die 5 Tipps für den Weg zum Erfolg erhofft hat, wird leider enttäuscht werden, denn die gibt es meines Erachtens nicht. Es gibt keinen Universalschlüssel oder Ratschlag, der für absolut jeden gelten könnte. So wie sich die Erwartungen, Charaktereigenschaften und Handlungsmuster jedes einzelnen auf individuelle Art und Weise darstellen, so unterscheiden sich auch die Herangehensweisen und Erwartungen. Diese Individualität findet ihre Ursache auch in unseren subjektiven Motiven und einzigartigen Lebenserfahrungen. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach schwierig bis nahezu unmöglich, allgemein gültige Erfolgsstrategien, Konzepte und Prinzipien zu bestimmen. 

„Kleine Schritte“ sind hier tatsächlich die Zauberwörter. Denn Wachstum, Fortschritt oder wie auch immer du es nennen willst, kann man nicht erzwingen – es passiert in seiner ganz eigenen Zeit. Deswegen erachte ich es von größtem Vorteil, möglichst entspannt und locker an die Sache heranzugehen und sich nicht zu viel vorzunehmen oder gar zu erwarten! 

Wissen versus Kompetenz 

Was ist da eigentlich der Unterschied? Wissen definiert das Aneignen und Verstehen von Informationen. Das Tolle dabei ist, dass wir ja bekanntlich im Informationszeitalter leben. Es war noch nie einfacher als heute, sich Wissen anzueignen! Zum Thema „Wissen“ gibt es allerdings einen wichtigen Keyfact, den ich dir an dieser Stelle noch eingehend verdeutlichen möchte: 

Stell dir mal vor, du liest alle Bücher auf dieser Welt, die sich dem Thema Klavierspielen widmen. Danach kennst du bestimmt die besten Herangehensweisen sowie Haltungstechniken deiner Finger für den optimalen Anschlag der Tasten. Du weißt dann auch genau, wo du deinen Blick während dem Spielen am besten hinrichtest, aus welchem Holz so ein Klavier geschnitzt ist und wahrscheinlich noch vieles mehr. Aber deswegen kannst du noch lange nicht spielen!

Das Sprichwort „Übung macht den Meister“ trifft es hier wohl am deutlichsten. Und an dieser Stelle grenzt sich der Begriff „Kompetenz“ ganz klar von Wissen ab. Generell gilt der Leitsatz, dass erst dann Kompetenzen manifest werden, wenn Wissen in konkrete Handlungen umgesetzt wird. Aus psychologischer Sicht betrachtet, beschreibt das Wort Kompetenz die Fähigkeit zum kreativen und selbstorganisiertem Handeln, auch in unüberschaubaren und komplexen Situationen. Erst, wenn du also dein vorhandenes Wissen in Handlungen umsetzt und dabei Erfahrungen sammelst, aus welchen du dich dann wiederum weiterentwickelst, spricht man von Kompetenz.

Wenn mir meine eigene persönliche Erfahrung und auch der Austausch mit vielen Gleichgesinnten einen gemeinsamen Nenner aufgezeigt hat, dann diesen, dass wir alle schon sehr viel Wissen besitzen aber oftmals vergessen, dieses Wissen in der Praxis – also in unserem Leben – anzuwenden. 

Als ich damals mit meiner bewussten, persönlichen Weiterentwicklung begonnen habe und das enorme Potential dieser Lehre bzw. Philosophie erkannte, hat mich die Motivation fast erschlagen! Innerhalb kürzester Zeit habe ich dann „gefühlt“ alle verfügbaren Information aufgesaugt. Ich hatte das Gefühl, alles verstanden zu haben und bin irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass sich ab sofort alles in meinem Leben automatisch zum Positiven wenden wird.

Pustekuchen!

Der Dunning-Kruger-Effekt hatte mich mit seiner vollen Breitseite erwischt! Ich dachte, dass ich jetzt super-gescheit bin und mich das Wissen nun automatisch weiterbringt. Aber umso mehr ich mich im Laufe der Jahre mit Themen aus Psychologie, mentalem Training und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigte, umso mehr wurde mir bewusst, wieviel ich eigentlich noch nicht darüber weiß!

Deshalb habe ich es mir in meinem eigenen Handeln und mit meinem Unternehmen „Your Skills“ zum Ziel gemacht, nicht nur Wissen sondern viel mehr Kompetenzen zu vermitteln – also Menschen ins Tun zu bringen. Meine Philosophie ist es, den Weg in kleinen aber vielen Schritten zu gehen. Also quasi groß zu denken aber klein anzufangen. Die ersten kleinen Schritte gehen, Erfahrungen sammeln, diese dann reflektieren, eventuell die Richtung ein wenig korrigieren, um dann wieder die nächsten kleinen Schritte zu gehen. Ich mache auch nur noch Aktivitäten, die mich interessieren und mir Spaß und Freude bereiten. Fehler gehören in diesem Prinzip natürlich dazu und dienen mir als Wegweiser. Seit ich dieses Prinzip wirklich verstanden habe, kann ich mich zurücklehnen und die Reise endlich genießen! Das ist meine persönliche Wunderwaffe und diese erlaubt es mir, selbst die noch so negativen Ereignisse in meinem Leben aus einer gewissen emotionalen Distanz zu betrachten.

Diese Sichtweise bedeutet für mich mentale Stärke!

Auch wenn es zwischendurch immer wieder mal ruckelt, würde ich behaupten, dass mein Leben im „Flow“ ist. Außerdem passieren seither Dinge, die ich vorher nicht für möglich gehalten habe und die ich mir auch nicht so recht erklären kann – wie zum Beispiel, diesen Gastbeitrag für RealTalk aber vor allem für dich zu schreiben! Hättest du mir vor zehn Jahren erzählt, dass ich einmal so einen Text verfassen werde, hätte ich dich womöglich ausgelacht. Denn ohne meinen Unfall hättest du diesen Text hier bestimmt nicht gelesen. Es sind also nicht nur die Erfahrungen, welche uns in unserer Entwicklung voranbringen, sondern vor allem, wie wir diese bewerten und welche persönlichen Kompetenzen wir dadurch entwickeln können! 

Ich wünsche dir alles Gute und viele erlernte Kompetenzen auf deinem Weg! 

#highfive
euer Thomas 

PS: Wenn du dich in diesem Text wiedererkannt hast und du gerne mehr über mich oder meine Projekte, wie z.B. dem „Grazer Flow-Markt“, erfahren möchtest, dann darf ich dich ganz herzlich auf meine Onlinekanäle einladen!

www.yourskills.at 

www.facebook.com/ThomasToperczer

www.instagram.com/about_yourskills 

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