Die Auswertung der großen Mut-Umfrage: Ergebnisse

Mehr Leben, weniger Trash

Das Leben als Abenteuer betrachten, sich weiterentwickeln und ein „Geht nicht“ als Challenge neu definieren: Das wäre es doch! Wenn du dabei ganz nebenbei auch noch die Welt rettest, warum nicht. Zero Waste ist mehr als einfach nur Abfallvermeidung. Zero Waste steht für Null Verschwendung. Verschwende keine Ressourcen. Verschwende keine Chancen auf ein großartiges Morgen. Verschwende dein Leben nicht mit dem kleinen Glück aus Plastik, denn da draußen wartet mehr auf dich.

Die Freiheit zu entscheiden

Stell dir vor, du gehst in den Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen. Stell dir vor, du trägst sie nach Hause und unterziehst den Einkauf einer kritischen Analyse: Auf eine Seite gibst du die eigentlichen Produkte, auf die andere Seite nur die Verpackungen. Welche Seite dominiert? Spätestens jetzt drängt sich die Frage auf, ob du dich aus freien Stücken für beides entschieden hast, für die Lebensmittel und auch für die Unmengen an Plastikverpackung, Papiersackerl, Dosen und Gläser. 

Ich habe mich bereits vor Jahren bewusst dagegen entschieden, doch genützt hat es mir wenig. „Verpackung ist notwendig, da kann man nichts machen“, hieß es dann. Also habe ich versucht, mein Unbehagen bei jedem Einkauf zu ignorieren. Den Frust über Entscheidungen, hinter denen ich nicht stand, mir selbst gegenüber zu leugnen. 

300.000 Tonnen Verpackungsplastik

Diese Unmengen fallen jährlich in Österreich an, und auch ich habe aktiv dazu beigetragen, denn ich hatte keine Wahl. Was ist ein gutes Leben? Für mich ist es die Freiheit, selbst zu entscheiden. Die Freiheit, meine Werte zu leben. Die Freiheit, Zukunft positiv zu gestalten statt sehenden Auges in eine ökologische Katastrophe zu laufen.

Nur drei Schritte 

Erst nachdem ich jahrelang mehr schlecht als recht versucht habe, nachhaltig zu leben, bin ich durch Zufall auf den Begriff Zero Waste gestoßen. Z-e-r-o W-a-s-t-e. Komplett unrealistisch, übertrieben, verrückt, verheißungsvoll. Und ja, es funktioniert! Ich habe die Challenge angenommen und das Unmögliche einfach ausprobiert. Im Grunde sind es wenige Überlegungen, die es umzusetzen gilt:

Schritt 1: Refuse oder „Lass dich nicht zumüllen“: Sag nein zu billigen Goodies beim nächsten Event, zu einzeln verpackten Käsescheiben oder Kauf-zwei-zum-Preis-von-einem-Angeboten.

Schritt 2: Reduce oder „Lieblingsstück statt Massenware“: Gönn dir Mode, Elektrogeräte und andere Gebrauchsgegenstände in bester Qualität, um sie möglichst lange nutzen zu können.

Schritt 3: Reuse oder „Verwenden statt verschwenden“: Von der Mehrwegflasche über die unverwüstbare edle Rasierhobel bis zum wiederverwendbaren Edelstahl-Trinkhalm. Vom Online-Shopping auf deiner Lieblings-Second-Hand-Plattform bis zur Tauschparty oder den Reparatur-Tutorials auf www.ifixit.com

Deine Challenge – dein Tempo

Nein, es ist nicht der bequemste Weg, so viel steht fest. Warum solltest du Zero Waste dennoch eine Chance geben? Eines vorweg: Zero Waste ist kein Zustand, es ist ein Prozess. Keine Perfektion, sondern Entwicklung. Du selbst entscheidest, ob du einen rasanten Sprint hinlegst, ob du gemütlich läufst oder einfach nur spazierst. Hauptsache, du kommst voran. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Es sind die Erlebnisse und Erfahrungen, die das Leben ausmachen. Zero Waste bedeutet, dass du das Sein vor das Haben stellst, und dir damit mehr Leichtigkeit und Freiheit verschaffst. 
  • Du gönnst dir wenige, dafür aber hochwertige Dinge, die dir wirklich Freude bereiten.
  • Weniger Shopping lässt dir mehr Zeit für wichtige Menschen und die echten Prioritäten in deinem Leben.
  • Du entwickelst neue Fähigkeiten und Talente.
  • Du nimmst die Zukunft in die Hand, statt es anderen zu überlassen.

Begnüge dich nicht mit dem kleinen Glück in deiner Komfortzone , und stell dich der Challenge. Wir haben nur einen Planeten, und der braucht Leute wie dich, mit dem Mut und der Fähigkeit, das Leben out of the box zu denken. Zukunft ist, was du daraus machst.

#highfive
eure Evelyn Rath

Zero Waste Expertin und Rednerin

www.visionmuellfrei.at


Schwäche zeigen lernen

Wir alle kennen sie, haben sie in unserem Umfeld, ihre Gegenwart macht uns manchmal Angst, aber doch spornen sie uns in gewisser Weise an. Man schaut zu ihnen auf und wünscht sich manchmal ein Stückchen mehr so zu sein wie sie. Wir sprechen von diesen Personen, die alles auf die Reihe bekommen, immer gute Laune haben, jeden Tag die Welt retten und vor allem nie schwach sind.

Bullsh*t 

Diese Menschen existieren nicht und diejenigen, von denen man es glaubt, sind keine Einhörner, die am Ende eines Regenbogens leben, sondern meistens haben sie alle einfach ein gemeinsames Problem: Schwäche zeigen. Hier ein Survival-Guide für dich und dein Umfeld, welcher helfen soll, Schwäche zeigen zu lernen und damit umzugehen.  

#1 Tief durchatmen

Sich Schwächen einzugestehen und sie gar noch (vor anderen) zu zeigen ist keine Straftat. Niemand wird dich deswegen verurteilen, aufhören mit dir zu reden und dein Spiegelbild wird nicht sofort in tausend Stücke zerbrechen, weil du gerade super unperfekt bist. 

Deine Angst, dass sich alle nur mehr an das eine Mal erinnern, bei dem du mal etwas nicht geschafft hast, ist unbegründet und am besten du denkst an die tausend anderen Male, in denen du stark, kraftvoll und ganz und gar nicht schwach warst.

#2 Gefühle zulassen 

Das Leben ist wunderschön. Manchmal aber auch hart und anstrengend. An den meisten Tagen läuft alles wie geplant, aber in so vielen Momenten geht nahezu alles schief, was schief gehen kann. Das ist vollkommen normal, jedem Menschen geht es so und es ist in Ordnung, die in solchen Situationen entstehenden Gefühle zuzulassen. Menschen, denen es schwer fällt, Schwäche zu zeigen, haben auch meist ein Problem mit Gefühlen, vor allem wenn diese negativer Natur sind. 

Zorn, Müdigkeit, Trauer, schlechte Laune – let it be und noch viel wichtiger let it go. Alles was du in dich hineinfrisst, wird eines Tages in irgendeiner Art wieder raus wollen. Es wird dich einholen – pinky promise. 

#3 Schwäche akzeptieren 

Weißt du wer dich am meisten verurteilen wird, wenn du Schwäche zeigst? Du selbst. Hilf dir am besten gleich selber und fang gar nicht damit an. Leichter gesagt als getan – eh klar. Immer gegen etwas anzukämpfen, was man nicht ändern kann, ist anstrengend. Sei mutig, springe über deinen Schatten und sei einfach mal schwach. Du wirst sehen, dass nichts Schlimmes passiert. Im Gegenteil: Ein Gefühl der Erleichterung wird dich überkommen, weil du dich nicht mehr verstellst. 

#4 Hilfe annehmen

Du willst, dass es deinen Freunden und deiner Familie gut geht, deswegen bist du auch immer stark für sie und immer da, wenn dich jemand braucht. Ein Spiel, das du vermutlich niemals umgekehrt spielst. Attention! Das, was du jetzt lesen wirst, tut weh: Du kannst nicht immer alles alleine schaffen. Jeder Mensch braucht irgendwann die Hilfe eines anderen.

Meistens ist das “immer stark sein und nie Schwäche zeigen” gepaart mit “ich brauche nichts, von niemandem” und “ich muss mir immer selbst helfen”. Dieses Verhalten kann langfristige psychische Schäden nach sich ziehen, wenn man es nicht rechtzeitig behandelt. Den Punkt, an welchem es schon zu lange zu viel ist, übersieht man sehr schnell, vor allem wenn man niemanden an sich heran lässt.

Dein Umfeld möchte, dass es dir gut geht und deswegen möchte es dir helfen. Nimm die Hilfe an, denn sie kommt von Herzen. Im unwahrscheinlichen Fall, dass es das nicht möchte, oder dir gar vermittelt Schwäche zu zeigen wäre fehlerhaft, unbedingt hinterfragen, mit wem du dich umgibst.

Schwäche zu zeigen kann und muss man lernen, um nachhaltig gesund und glücklich zu sein.

Dieser Survival-Guide richtet sich nicht nur an alle, die Schwäche zeigen noch lernen müssen, sondern auch an alle, die es bereits können, aber in ihrem Umfeld Personen haben, für die Schwäche zeigen nicht auf der Tagesordnung steht. Schickt ihnen diese Zeilen, spendet motivierende Worte und bietet eure Hilfe an. Auch wenn du glaubst, diese Person, an die du gerade denkst, kommt gut alleine klar – möglicherweise braucht genau diese Person es vielleicht am meisten.

#highfive
euer RealTalk-Team