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Altes loslassen

18. April 2020 // Lesezeit: 5 Minuten

Step by Step

Loslassen ist definitiv nicht leicht. Loslassen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Mentales Loslassen ist wie die stĂŒrmischen Wellen im Meer – ein stĂ€ndiges Auf und Ab und manchmal scheint einfach kein Ende in Sicht. Doch irgendwann legt sich der Sturm und Ruhe kehrt ein. Es ist ein Prozess, der Selbstreflexion, Zeit, Mut und auch Liebe fĂŒr sich selbst erfordert.

Lerne loszulassen, das ist der SchlĂŒssel zum GlĂŒck.

Buddha

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich nur allzu gut, wie schwer es sein kann, sich von etwas, oder von jemandem, mental zu lösen. Vielleicht befindest du dich, wĂ€hrend du das gerade liest, in einer Ă€hnlichen Situation. Du nimmst dir fest vor, endlich loszulassen. Das Alte, das dir nicht guttut, endlich hinter dir zu lassen. Davon wollen wir meistens dann nicht nur uns selbst, sondern auch andere, ĂŒberzeugen. Denn wenn man es laut ausspricht, muss es ja auch wirklich ernst sein, nicht wahr? Doch nach einer Weile merkst du, dass es doch nicht so einfach ist, wie zuerst erwartet. Oft machen wir uns selbst vor, loslassen zu wollen und in Wahrheit halten wir in unserem Inneren nach wie vor an dieser Sache fest. Wir verspĂŒren weiterhin Hoffnung und wollen diese nicht aufgeben. Man macht sich selbst VorwĂŒrfe und Ă€rgert sich darĂŒber, dass es einfach nicht klappen will. Folglich kommt, was kommen muss: unser alter Kumpel, die Frustration. Dazu gesellt sich auch noch der dadurch entstehende Stress, der sich auf die mentale und auch auf die körperliche Gesundheit auswirkt.

Warum fÀllt es uns so schwer, sich loszulösen?

Wir tendieren dazu, Situationen unter Kontrolle haben zu wollen. Diese abzugeben erfordert enorm viel Kraft und jede Menge Mut. Oftmals ist es auch deshalb schwer loszulassen, da wir nicht akzeptieren wollen, dass es nun endlich an der Zeit ist, eine VerĂ€nderung durchzuziehen. Die Akzeptanz der aktuellen Situation ist ein wichtiger Schritt in die Richtung des Loslassens. Du musst nicht damit einverstanden sein, du musst es auch nicht gut finden – doch manchmal kannst du etwas nicht verĂ€ndern und musst es so sein lassen wie es ist – so schwer es auch sein mag. „Es ist, wie es ist – und das ist okay. Du kannst die Situation nicht Ă€ndern.“ – ein Satz, der mir geholfen hat und den ich mir immer wieder gesagt habe, wenn das Thema Loslassen erneut PrĂ€senz in meinem Leben gewonnen hat. Du kannst die Situation vielleicht nicht Ă€ndern, aber Eines kannst du sehr wohl: Ändern, wie du auf Situationen/Menschen/UmstĂ€nde reagierst und wie du damit umgehst. Du hast es in der Hand, ob du ewig in Trauer und Wut lebst, oder ob du bereit bist, Kontrolle abzugeben, um dir selbst endlich wieder GlĂŒck zu erlauben.

Auch wenn dir deine Gedanken einen Streich spielen und dir einreden, dass du es gar nicht verdient hast, glĂŒcklich zu sein, kann ich dir eines versichern: Du hast es verdient! Hör’ nicht auf deine Gedanken – du bist nicht, was du denkst! Manchmal lĂŒgen die Geister in deinem Kopf. Du musst deinen Gedanken nicht immer Glauben schenken. JEDER MENSCH hat es verdient, glĂŒcklich zu sein und sich frei zu fĂŒhlen. So auch du.

Lass’ all diese Wut, diesen Ärger, die Trauer, die SchuldgefĂŒhle und die Zweifel los und sage dir in deinen Gedanken: „Ich bin es wert.“  Erkenne, wie wertvoll du bist. Manchen von uns fĂ€llt es leicht, etwas gehen zu lassen, andere kĂ€mpfen hart dafĂŒr. Das ist okay. Jeder von uns ist unterschiedlich. Doch wir können voneinander lernen und Hilfe annehmen. Deshalb möchte ich mit dir teilen, was mir beim Loslassen geholfen hat und immer noch hilft.

Nathalie’s Tipps

Mein wichtigster Tipp: Gib dir selbst Zeit und höre auf, dich mit anderen zu vergleichen! Stress’ dich nicht, weil andere schneller ĂŒber etwas hinwegzukommen scheinen. Wir sehen zwar von außen, wie sich Leute verhalten und hören was sie sagen, dennoch haben wir keinen Einblick in ihr Inneres und wissen somit auch nicht, was tatsĂ€chlich in ihnen vorgeht. Gehe dein eigenes Tempo und konzentriere dich auf dein Empfinden.

Finde dein Warum! Warum willst du loslassen? Was hat dich in erster Linie dazu bewogen? Warum tut es dir nicht gut, weiter festzuhalten? Schreibe deine BeweggrĂŒnde auf, sodass du immer nachlesen kannst, weshalb du dich dazu entschieden hast. Hole dir dieses Warum immer wieder in Erinnerung, wann immer du es brauchst.

Lege dir am Besten ein Notizbuch an und nutze es, um deine Gedanken niederzuschreiben. All meine GefĂŒhle, Zweifel und auch Hoffnungen aufzuschreiben, hat mir ĂŒber Monate hinweg sehr geholfen. Probiere es aus – du wirst dich danach leichter fĂŒhlen. 

Lass’ GefĂŒhle zu. Es ist okay, wenn du dich nicht gut fĂŒhlst. Es ist okay, wenn du Tage erlebst, an denen du einfach nur wĂŒtend, traurig oder verwirrt bist. Auch diese Tage sind meiner Meinung nach wichtig. Gib’ dir die Zeit, um die GefĂŒhle zu spĂŒren und zu benennen und versuche dann, sie anzunehmen. Versuch’ dich nicht in den GefĂŒhlen zu verlieren und ihnen zu viel Macht zu geben. Oftmals versuchen unsere Gedanken, uns zu tĂ€uschen. Vergiss’ nicht – du bist nicht, was du denkst!

Sprich’ mit anderen. Denke nicht, dass deine Probleme oder Gedanken unwichtig wĂ€ren. Scheue dich nicht davor, Freunde, Familie, oder auch Fremde, um Rat zu bitten. Du musst nicht alles mit dir selbst ausmachen. Es ist okay, Hilfe bei anderen zu suchen. Sich verletzlich zu zeigen ist tatsĂ€chlich keine SchwĂ€che – es ist eine enorme StĂ€rke! Nutze sie.

Dance it out! Stress kann mit Musik und Tanz sehr gut abgebaut werden. Man denkt nicht nach und erlaubt seinem Körper, sich frei zu machen. Glaub’ mir – hemmungsloses Tanzen hilft wirklich, um das Loslassen zu fördern. Glaubst du nicht? Probier’ es aus!

Songcontest! Egal ob lauthals, schief aber dennoch mit Leidenschaft – Singen hilft ebenfalls, um Sorgen loszuwerden. Du singst dabei all deinen Frust von deiner Seele und aus deinem Körper. Worauf wartest du? Mach’ deinen Lieblingssong an und dreh’ ordentlich auf!

Glaube nicht was du denkst, sondern denke was du glaubst.

Dr. Manfred Winterheller

Es gibt viele Strategien und vermutlich muss jeder, die fĂŒr sich passende entdecken. Meine Beispiele und Blickwinkel sollen dir als Anregung dienen. Und ich hoffe, dass sie auch dir dabei helfen, endlich loszulassen.

Kennst du selbst Strategien, die du gerne mit uns teilen möchtest? Schreib’ sie bitte in die Kommentare â˜ș

#highfive
euer RealTalk-Team

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