Altes loslassen

18. April 2020

Step by Step

Loslassen ist definitiv nicht leicht. Loslassen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Mentales Loslassen ist wie die stürmischen Wellen im Meer – ein ständiges Auf und Ab und manchmal scheint einfach kein Ende in Sicht. Doch irgendwann legt sich der Sturm und Ruhe kehrt ein. Es ist ein Prozess, der Selbstreflexion, Zeit, Mut und auch Liebe für sich selbst erfordert.

Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.

Buddha

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich nur allzu gut, wie schwer es sein kann, sich von etwas, oder von jemandem, mental zu lösen. Vielleicht befindest du dich, während du das gerade liest, in einer ähnlichen Situation. Du nimmst dir fest vor, endlich loszulassen. Das Alte, das dir nicht guttut, endlich hinter dir zu lassen. Davon wollen wir meistens dann nicht nur uns selbst, sondern auch andere, überzeugen. Denn wenn man es laut ausspricht, muss es ja auch wirklich ernst sein, nicht wahr? Doch nach einer Weile merkst du, dass es doch nicht so einfach ist, wie zuerst erwartet. Oft machen wir uns selbst vor, loslassen zu wollen und in Wahrheit halten wir in unserem Inneren nach wie vor an dieser Sache fest. Wir verspüren weiterhin Hoffnung und wollen diese nicht aufgeben. Man macht sich selbst Vorwürfe und ärgert sich darüber, dass es einfach nicht klappen will. Folglich kommt, was kommen muss: unser alter Kumpel, die Frustration. Dazu gesellt sich auch noch der dadurch entstehende Stress, der sich auf die mentale und auch auf die körperliche Gesundheit auswirkt.

Warum fällt es uns so schwer, sich loszulösen?

Wir tendieren dazu, Situationen unter Kontrolle haben zu wollen. Diese abzugeben erfordert enorm viel Kraft und jede Menge Mut. Oftmals ist es auch deshalb schwer loszulassen, da wir nicht akzeptieren wollen, dass es nun endlich an der Zeit ist, eine Veränderung durchzuziehen. Die Akzeptanz der aktuellen Situation ist ein wichtiger Schritt in die Richtung des Loslassens. Du musst nicht damit einverstanden sein, du musst es auch nicht gut finden – doch manchmal kannst du etwas nicht verändern und musst es so sein lassen wie es ist – so schwer es auch sein mag. „Es ist, wie es ist – und das ist okay. Du kannst die Situation nicht ändern.“ – ein Satz, der mir geholfen hat und den ich mir immer wieder gesagt habe, wenn das Thema Loslassen erneut Präsenz in meinem Leben gewonnen hat. Du kannst die Situation vielleicht nicht ändern, aber Eines kannst du sehr wohl: Ändern, wie du auf Situationen/Menschen/Umstände reagierst und wie du damit umgehst. Du hast es in der Hand, ob du ewig in Trauer und Wut lebst, oder ob du bereit bist, Kontrolle abzugeben, um dir selbst endlich wieder Glück zu erlauben.

Auch wenn dir deine Gedanken einen Streich spielen und dir einreden, dass du es gar nicht verdient hast, glücklich zu sein, kann ich dir eines versichern: Du hast es verdient! Hör’ nicht auf deine Gedanken – du bist nicht, was du denkst! Manchmal lügen die Geister in deinem Kopf. Du musst deinen Gedanken nicht immer Glauben schenken. JEDER MENSCH hat es verdient, glücklich zu sein und sich frei zu fühlen. So auch du.

Lass’ all diese Wut, diesen Ärger, die Trauer, die Schuldgefühle und die Zweifel los und sage dir in deinen Gedanken: „Ich bin es wert.“  Erkenne, wie wertvoll du bist. Manchen von uns fällt es leicht, etwas gehen zu lassen, andere kämpfen hart dafür. Das ist okay. Jeder von uns ist unterschiedlich. Doch wir können voneinander lernen und Hilfe annehmen. Deshalb möchte ich mit dir teilen, was mir beim Loslassen geholfen hat und immer noch hilft.

Nathalie’s Tipps

Mein wichtigster Tipp: Gib dir selbst Zeit und höre auf, dich mit anderen zu vergleichen! Stress’ dich nicht, weil andere schneller über etwas hinwegzukommen scheinen. Wir sehen zwar von außen, wie sich Leute verhalten und hören was sie sagen, dennoch haben wir keinen Einblick in ihr Inneres und wissen somit auch nicht, was tatsächlich in ihnen vorgeht. Gehe dein eigenes Tempo und konzentriere dich auf dein Empfinden.

Finde dein Warum! Warum willst du loslassen? Was hat dich in erster Linie dazu bewogen? Warum tut es dir nicht gut, weiter festzuhalten? Schreibe deine Beweggründe auf, sodass du immer nachlesen kannst, weshalb du dich dazu entschieden hast. Hole dir dieses Warum immer wieder in Erinnerung, wann immer du es brauchst.

Lege dir am Besten ein Notizbuch an und nutze es, um deine Gedanken niederzuschreiben. All meine Gefühle, Zweifel und auch Hoffnungen aufzuschreiben, hat mir über Monate hinweg sehr geholfen. Probiere es aus – du wirst dich danach leichter fühlen. 

Lass’ Gefühle zu. Es ist okay, wenn du dich nicht gut fühlst. Es ist okay, wenn du Tage erlebst, an denen du einfach nur wütend, traurig oder verwirrt bist. Auch diese Tage sind meiner Meinung nach wichtig. Gib’ dir die Zeit, um die Gefühle zu spüren und zu benennen und versuche dann, sie anzunehmen. Versuch’ dich nicht in den Gefühlen zu verlieren und ihnen zu viel Macht zu geben. Oftmals versuchen unsere Gedanken, uns zu täuschen. Vergiss’ nicht – du bist nicht, was du denkst!

Sprich’ mit anderen. Denke nicht, dass deine Probleme oder Gedanken unwichtig wären. Scheue dich nicht davor, Freunde, Familie, oder auch Fremde, um Rat zu bitten. Du musst nicht alles mit dir selbst ausmachen. Es ist okay, Hilfe bei anderen zu suchen. Sich verletzlich zu zeigen ist tatsächlich keine Schwäche – es ist eine enorme Stärke! Nutze sie.

Dance it out! Stress kann mit Musik und Tanz sehr gut abgebaut werden. Man denkt nicht nach und erlaubt seinem Körper, sich frei zu machen. Glaub’ mir – hemmungsloses Tanzen hilft wirklich, um das Loslassen zu fördern. Glaubst du nicht? Probier’ es aus!

Songcontest! Egal ob lauthals, schief aber dennoch mit Leidenschaft – Singen hilft ebenfalls, um Sorgen loszuwerden. Du singst dabei all deinen Frust von deiner Seele und aus deinem Körper. Worauf wartest du? Mach’ deinen Lieblingssong an und dreh’ ordentlich auf!

Glaube nicht was du denkst, sondern denke was du glaubst.

Dr. Manfred Winterheller

Es gibt viele Strategien und vermutlich muss jeder, die für sich passende entdecken. Meine Beispiele und Blickwinkel sollen dir als Anregung dienen. Und ich hoffe, dass sie auch dir dabei helfen, endlich loszulassen.

Kennst du selbst Strategien, die du gerne mit uns teilen möchtest? Schreib’ sie bitte in die Kommentare ☺

#highfive
euer RealTalk-Team